
Musiker gefordert und gefördert
Walzenhausen/AR. Am Freitag luden die Teilnehmenden des elften Konzertzither-Seminars im Sonneblick zum Konzert in der evangelischen Kirche ein.
Adrian Keller begrüsste das Publikum aus nah und fern zum Höhepunkt des elften Konzertzither-Seminars, dem öffentlichen Konzert in der evangelischen Kirche. Er stellte fest, dass die Seminarteilnehmenden von Frédéric Jenniges und Helga Heinkel seit Sonntagnachmittag stark gefordert und damit besonders gefördert worden waren, sodass ein anspruchsvolles Programm entstanden sei. Dann dankte Adrian Keller allen Spielerinnen und Spielern für die Strapazen, die sie auf sich genommen hätten, um dem Publikum eine Freude zu bereiten. Sein Dank ging auch an die Kirchgemeinde für das Gastrecht und an Mesmerin Vreni Rast.
Vom Mittelalter bis in die Neuzeit
Vorerst spielten die 15 Frauen und Männer aus der ganzen Schweiz, aus dem benachbarten vorarlbergischen Hard und aus Schweden in verschiedenen Gruppen. Sie eröffneten mit «Passomezzo la doulce». Ob Menuette oder Tanzstücke aus dem sechzehnten- bis achtzehnten Jahrhundert, die Musik liess vor dem geistigen Auge einen Ballsaal gefüllt mit fröhlichen Menschen in wunderbaren Roben erscheinen. Der klassischen aber auch modernen Volksmusik hatte sich die zweite Gruppe verschrieben.
Sechs Zitherspielerinnen und –spieler interpretierten in ebenso einfühlsamer Art und Weise wie schon die erste fünfköpfige Gruppe echt Bayrisches, aber auch den «Gruss an Schloss Zeillern», einem speziell für dieses Seminar komponierten Stück. Verantwortlich für die moderne und sehr stimmungsvolle Weise war der Salzburger Hans Oberlechner. Kassik war das Thema der dritten Gruppe, die drei Sätze aus der «Pastorale» von J.M. Molter hervorragend intoniert.
Stimmungsvolles Orchester
Dann der grosse Umbau zum Gesamtorchester. Vierzehn Konzertzitherspielerinnen und –spieler, die seit gerade einmal fünf Tagen morgens und mittags zusammen gespielt hatten und für diesen einzigen Auftritt bis tief in die Nacht hinein noch übten, präsentierten Beethoven, Schubert, Mendelssohn-Bartholdy und vor allem Bartok in stimmungsvoller Art und Weise.
Ob leichtfüssige Tänze oder temporeiches Allegro, das Orchester folgte Dirigent Frédéric Jenniges in jeder Sekunde, sodass die Besucher des Zitherkonzertes zur Frühlingszeit wohl noch lange den Klängen gelauscht hätten. Dann aber kamen nach langem Applaus die entscheidenden Worte des Belgiers Jenniges: „Jetzt giits Kaffi“. Damit wurde das Konzert mit einem Schmunzeln beendet und der offerierte Kaffee gerne als Tüpfelchen auf dem i genossen.