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Museen: Schöner Bauen – Besser Schauen

Appenzell. Die Stiftung Liner Appenzell bereitet zum zehnjährigen Jubiläum des Museum Liner eine Ausstellung zum Thema «Museen» vor.

Ausgangspunkt der Reflektionen ist das von den Zürcher Architekten Annette Gigon & Mike Guyer im Auftrag der Stiftung Liner geplante und gebaute Museum, das am 25. September 1998 eröffnet wurde. Es gehört heute zu den Inkunabeln der zeitgenössischen Museumsarchitektur, die in den deutschsprachigen Ländern, besonders der Schweiz, durch private Stiftungen und Schenkungen, seltener von der öffentlichen Hand, vorbildlich gefördert wurde.

Darunter zählen Museen wie in der Schweiz das Kirchner Museum Davos (Gigon & Guyer), die Fondation Beyeler in Riehen (Renzo Piano, Paris/Genua)), das Schaulager für die Emanuel-Hoffmann-Stiftung in Münchenstein bei Ba-sel (Jacques Herzog & Pierre de Meuron, Basel), das Museum La Congiunta in Giornico (Peter Märkli, Zürich, mit Stefan Bellwalder, Naters), das Zentrum Paul Klee in Bern (Renzo Piano), das m.a.x. Museo in Chiasso (Pia Durisch und Giancarlo Nolli, Lugano); in Österreich die Sammlung Essl in Klosterneuburg (Heinz Tesar, Wien), das Kunst-haus Bregenz (Peter Zumthor, Haldenstein); in Deutschland das Vitra Design Museum in Weil am Rhein (Frank O’Gehry und andere), das Museum Ritter in Waldenbuch (Max Dudler, Zürich und Berlin), das Neue Museum für Kunst und Design in Nürnberg (Volker Staab, Berlin), um nur einige Beispiele zu nennen.

Die jetzt 10-jährige Nutzung des Appenzeller Museumsgebäudes, das im Bau funktionale Tradition und formale Innovation vereint, wird zum Anlass genommen, um in den zehn Kabinetten sowie den drei Serviceräumen des Museums einen visuellen Essay zur Museumsarchitektur im Besonderen beziehungsweise zu den Funktionen eines Museums im Allgemeinen einzurichten. In dem «Essay aus Wort und Bild» werden in zwölf Kapiteln die Erscheinungsweisen und Funktionen heutiger, aber auch älterer Kunstmuseen oder Ausstellungsinstitutionen in bildnerischen, fotografischen und literarischen Arbeiten vorgestellt und hinterfragt. Dabei wird der vom Künstler Rémy Zaugg 1986 gehaltene und 1998 publizierte Vortrag «Das Museum, das ich mir erträume, oder: Der Ort des Werkes und des Menschen» als Wegweiser genutzt. Der Essay wird von Gigon & Guyer als Anregung der Konzeption ihrer musealen Räume bezeichnet.

Die essayistische Form der Ausstellung erlaubt eine perspektivenreiche Annäherung an das Phänomen Museum: Die Architektur des Museums als – von aussen gesehen – zweckfreie Schönheit, als Herrschaftszeichen, als Kunst-fabrik und vieles mehr, von innen erlebt als Ort des Sammelns, Bewahrens, Erforschens, Ausstellens und Vermittelns, als besonderer Erlebnis- und Erkenntnisort, als Raum der Ablenkung oder der Konzentration wird in den Fokus der differenzierenden Betrachtung gestellt. Einerseits wird die Institution Museum als notwendiger Teil des Kulturgedächtnisses der Allgemeinheit sichtbar; andererseits wird die Akzeptanz der Museen in Fach- und Laienkreisen hinterfragt, das oft oberflächliche Schmücken mit Museumsbauten wird in Frage gestellt: Sind heutige Kunstmuseen «schöne» Behälter, die als immer wahrnehmbare Form in städtischen oder ländlichen Umgebungen, im öffentlichen Raum stehen, deren Inhalt allerdings dem Blick der Passanten meist verborgen bleibt? Geben die Hüllen Auskünfte zu Inhalten? Entspricht die Architektur den demokratischen Forderungen, die ein Teil der Moderne an die Ästhetik stellt? Werden die Tätigkeiten des Museumsbetriebs in der Architektur fassbar? Letztlich: Sind Ort und Funktion des Musealen kongruent, gar austauschbar, oder überspielen spektakuläre Hüllen eine gähnende Langeweile

Die Ausstellung Museen: Schöner Bauen – Besser Schauen ist sowohl als Kunstausstellung mit autonomen Kunstwerken wie auch als Kommentar zum praktischen Umgang mit der Institution Museum konzipiert. Im Zentrum steht die Fotografie, da sie Dokumentation und Interpretation vereint. In der Kombination mit bildnerischen Werken belegt sie das schillernde «Image» einer Institution, das heute zwischen Forschungsstätte und Eventhalle changiert. Daneben finden sich Auszüge aus literarischen und wissenschaftlichen Essays zur Museumsarchitektur, zum Museum heute.

Eingeladen sind Architekturfotografen wie Thomas Jantscher (CH), Thomas Riehle (CH), Rupert Steiner (A), Heinrich Helfenstein (CH), Stefan Rohner (CH), Gaston Wicky (CH), aber auch Kunstfotografen wie Beat Streuli (CH), Klaus D. Litzel (D), Thomas Struth (D). Ergänzt werden diese Positionen durch malerische und filmische Arbeiten, unter anderem von Michael Badura, Marcel Broodthaers, Miriam Cahn, Andrea Fraser und vielen mehr. Zur Ausstellung erscheint ebenfalls eine Publikation.

Henri Cartier-Bresson – Paris
Fotografien
16. März bis 18. Mai, Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell

Henri Cartier-Bresson (1908-2004) ist einer der bedeutendsten Fotografen. Der ausgebildete Künstler hatte in den 1930er Jahren im Umfeld der französischen Surrealisten und des poetischen Films mit einer freien Kunstfotografie, aber auch mit Reisefotografien begonnen. Er wandte seinen Ehrgeiz dann aber nach dem Erlebnis des 2. Weltkriegs der Reportagefotografie zu, die er sowohl inhaltlich wie auch formal revolutionierte. 1947 gründete er zusammen mit den Fotografen Robert Capa, David Seymour und George Rodger die Fotoagentur Magnum, die noch heute zu den einflussreichsten Bildagenturen weltweit gehört.

Eine zusammen mit der Fondation Cartier-Bresson/Paris und Magnum/Paris getroffene Auswahl von 93 S/W-Fotografien, entstanden zwischen 1932 und 1974, zeigt den einmaligen Blick des Fotografen auf seine Heimatstadt – einen Blick, der immer den «entscheidenden Augenblick» der Interaktion zwischen Mensch und Stadt einfing. Im Zusammenspiel mit der Ausstellung Carl Walter Liner in Paris entfaltet sich das fotografierte und gemalte Panorama einer Weltstadt, die menschlich geblieben ist.

Carl Walter Liner in Paris
Gemälde
16. März bis 2. November 2008 Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell

Die entscheidenden Jahre seiner künstlerischen Bewusstwerdung verbrachte Carl Walter Liner in Frankreich, in Korsika und in Paris. Obwohl allgemein bekannt ist, dass der jüngere Liner bei den Aufenthalten in Paris nicht nur entscheidende künstlerische Impulse, sondern auch besondere sentimentale Prägungen aufnahm, wurde dieser Epoche, welche letztlich die Jahre ab Ende der 1940er Jahre bis zum Tode Liners umfasst, noch keine Sonderausstellung gewidmet. Sie wurde auch noch nicht wissenschaftlich aufgearbeitet.

Die Ausstellung, die vornehmlich Ansichten aus Paris zeigt, und die begleitende Publikation stellen erstmals diesen entscheidenden Aspekt im Schaffen des Künstlers dar. Die Pariser Ansichten gehören mit zum Besten, was Liner in der Landschafts- beziehungsweise Stadtdarstellung leistete. Die zweiteilige Ausstellung – ab 25. Mai, wird die erste Bildauswahl um wichtige abstrakte Gemälde der Pariser Phase ergänzt – dokumentiert den hohen Stellenwert der Pariser Atmosphäre für die Entwicklung des Gesamtwerks von Carl Walter Liner.

Zur Ausstellung erscheint Anfang Juni das Buch Carl Walter Liner in Paris, 96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; Museumspreis: 32 Franken.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 04.03.2008 - 12:09:00