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Müller Martini droht «Thurgauer Zeitung» mit Anzeigenboykott

Felben-Wellhausen/TG. Weil die «Thurgauer Zeitung» einen kritischen Artikel über die Firma Müller Martini geschrieben hat, hat diese Anzeigenaufträge zurückgezogen.

Das Unternehmen ist jedoch weiterhin an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert. Hintergrund der Streits ist ein Bericht über die krisengeschüttelte Müller Martini, die im Frühjahr angekündigt hatte, insgesamt 200 Stellen abzubauen, davon 60 in Felben-Wellhausen. Gleichzeitig investiert die Firma in die Restaurierung eines Oldtimers Jahrgang 1918.

Die «Thurgauer Zeitung» hatte die Restaurierung als Luxus in der Krise kritisiert, von dem sich die betroffenen Mitarbeiter vor den Kopf gestossen fühlen. Auch Erich Kramer, Sektionsleiter der Unia Thurgau, kritisierte das
Unternehmen. Auf Kosten der Mitarbeitenden werde in ein Prestigeobjekt investiert. «Das ist der falsche Zeitpunkt,» sagte er. Das Unternehmen Müller Martini, das Buchbindesysteme herstellt, hat zwischen
1897 und 1934 Personenwagen gebaut und galt als erfolgreichster Autobauer der Schweiz. Heute gibt es noch elf der Oldtimer in der Schweiz.

Wichtiger Teil der Unternehmensgeschichte
Er wolle das Thema nicht unnötig aufbauschen, sagte Geschäftsführer Michael Thüler auf Nachfrage der Nachrichtenagentur SDA. Zurzeit liefen Gespräche zwischen dem Unternehmen und der «Thurgauer Zeitung», um die Differenzen zu klären. Solange seien die Inserate gestoppt.

Thüler sieht keinen Zusammenhang zwischen der Renovation des Oldtimers und den Entlassungen, räumt aber ein, dass der Zeitpunkt unglücklich sei. Der Entscheid, das Auto zu restaurieren, sei bereits vor der Krise gefallen. Der Wagen sei ein Kulturgut und wichtiger Bestandteil der Unternehmensgeschichte.

«Es waren etwas unglückliche Umstände,» sagte der Geschäftsführer. Das Unternehmen werde jedoch weiter mit der «Thurgauer Zeitung» zusammenarbeiten. Der Oltimer soll bis zum Frühjahr 2010 fertiggestellt sein. Was die Restauration kostet, wollte das Unternehmen nicht bekannt geben. Die «Thurgauer Zeitung» spricht von einem «fünfstelligen Betrag».

ThurgauThurgau / 03.07.2009 - 10:52:41