Mucksmäuschenstill sein
Mama, Onkel, Oma, der Liebste... 15 Mal Schenkzwang und kein Plan: Ich liebe Schenken. Nur nicht an Weihnachten.
«Geben ist seliger als nehmen.» Wer kennt ihn nicht, den guten alten Satz aus dem neuen Testament? Überhaupt nicht Bibelfest und nicht gerade, was man als gute Christin bezeichnet, spricht mir Paulus hier trotzdem aus der Seele.
Bei Geburtstagen habe ich die Geschenke schon oft Wochen, wenn nicht gar Monate, im Voraus geplant und es gibt in der Zeitspanne zwischen Kauf- und Schenkdatum nichts Schlimmeres für mich als: Schweigen. Nichts verraten. Mucksmäuschenstill sein. Wie oft habe ich die Geschenke schon vor dem Stichtag überreicht… Eine Hand zum Abzählen reicht definitiv nicht.
Ja, Gutscheine sind nötig
Bei Weihnachtsgeschenken ist es etwas anderes, die mag ich nicht. Familie, Freunde, der Liebste, Cousinen und Cousins, Onkel, Tanten, Grosseltern… Woher soll nun ein Mensch so viel kreatives Potential auf einmal schöpfen? 15 Mal Schenkzwang und kein Plan.
Man sollte zwischen «Lieben», «Liebsten» und «dem Liebsten» differenzieren. Natürlich, ich mag Oma, Onkel und Co., doch irgendwo muss die Schenkerei auch seine Grenzen haben. Für die «Lieben» sind Gutscheine – eigentlich das absolute No-Go-Geschenk – die schnellste, beste und günstigste Lösung. Damit alle wieder einmal etwas Schlaues lesen, hören und anziehen. Und wer denkt, Gutscheine zu schenken sei asozial und unnötig, irrt: Es ist bei meiner Verwandtschaft sogar sehr nötig. Versuchen Sie’s doch auch mal, vielleicht könnte ihre Cousine schon längst einen neuen Pullover vertragen.
Last-Minute-Geschenke
Und nun zu den «Liebsten», der Familie. Hier bieten sich vor allem praktische Dinge mit persönlicher Note an. Etwas gekauft, ein bisschen gebastelt, was Schönes geschrieben et voilà, fertig ist das Weihnachtsgeschenk. Zwar sind es meist Last-Minute-Geschenke, daher habe ich auch dieses Jahr noch keinen blassen Schimmer, was ich aus dem Ärmel schütteln soll. Meistens kommt es glücklicherweise trotzdem eher recht als schlecht.
Kaufen, feilen, schneiden
Ganz einfach hingegen ist es bei «dem Liebsten». Schon im Oktober hatte ich plötzlich eine Idee und habe begonnen zu organisieren, kaufen, zeichnen, feilen, schneiden, zeichnen – da dringt wieder mein Schenk-Instinkt durch. Selbstverständlich juckt es mich auch in diesem Fall wahnsinnig in den Fingern, meine Idee in die Tasten zu hauen – und Sie warten schon ganz gespannt auf den versprochenen Geschenktipp? Leider falsch gewickelt, ein bisschen kreativ müssen Sie schon selber sein.
Ausnahmsweise verrate ich nämlich nichts im Voraus.



























