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«Moralische Fantasien»

Frauenfeld. Mit « L’Energia siamo noi – studio Frauenfeld» findet im neuen shed im Eisenwerk eine künstlerische Auseinandersetzung statt, die einen aktiven Umgang mit unserer Energiezukunft sucht.

Derzeit ist im neuen shed eine grosse, rollbare Bühne zu sehen, Aufnahme- und Tongeräte, ein Arbeitstisch und noch leere Publikumsstühle – alles mit Bedacht eingerichtet und inszeniert. In den kommenden Wochen wird das Künstlerduo Christina Hemauer und Roman Keller die eine Hälfte der Bühne für das Einüben der «Postpetrolistischen Internationalen», und die andere als Plattform für Studiogespräche nutzen.

Christina Hemauer und Roman Keller, Preisträger des diesjährigen Swiss Art Awards, beschäftigen sich in ihrer künstlerischen Arbeit schon seit längerem in vielfältiger Weise mit Energiefragen – sei es, indem sie einer verschollenen Solaranlage nachspüren, die Jimmy Carter 1979 auf dem Dach des Weissen Hauses installieren liess oder indem sie eine biogeologische Untersuchung eines Kunstraums initiieren.

Im April 2006 haben Hemauer | Keller die Kunstepoche nach dem Erdöl eingeläutet, den Postpetrolismus (www.postpetrolismus.info). Für das Chor-Projekt in Frauenfeld haben die Künstler gemeinsam mit dem Musiker Mathias Vetter die «Postpetrolistische Internationale» komponiert, die den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter anstimmt. Unter der Leitung von Anna Maria Caleb Kunz wird mit unterschiedlichsten Chören geprobt und gesungen. Die öffentlichen Proben werden aufgezeichnet, und am Ende des Sommers findet die Uraufführung der Postpetrolistischen Internationalen in Form einer Prozession zwischen Kunstmuseum Thurgau und Eisenwerk statt.

Während ihrem Aufenthalt in Frauenfeld gehen Hemauer | Keller zudem der Frage nach, inwiefern sich die Kultur- und Kunstgeschichte parallel zur Energiegeschichte entwickelt. Bereits im Manifest des Postpetrolismus knüpften sie einen Bezug zwischen fossiler Energie und Moderne. Als Grundlage für die aktuelle Untersuchung dient das energiegeschichtliche Glossar eines sechsbändigen, von 400 ExpertInnen aus 40 Ländern verfassten wissenschaftliches Werks «Encyclopedia of Energy».

Das Glossar fasst alle energierelevanten Geschichtsereignisse seit der Entstehung unseres Planeten zusammen. Ab August 2008 diskutieren Hemauer | Keller öffentlich im neuen shed mit Kultur-, Kunst- und UmwelthistorikerInnen über die Beziehung zwischen Energie und Kunst.

www.studiofrauenfeld.info


Öffentliche Chorproben im neuen shed

zum Mitsingen oder Zuhören, unter der Leitung von Anna Maria Caleb Kunz, Dauer: 1 Stunde [space] Shedchor-Probe 1: Donnerstag, 21.8., 20 Uhr
Shedchor-Probe 2: Freitag, 5.9., 20 Uhr
Shedchor-Probe 3: Samstag, 13.9., 16 Uhr, anschliessend shedBAR
Shedchor-Probe 4: Samstag, 20.9., 16 Uhr
Shedchor-Probe 5: Freitag, 26.9., 20 Uhr
Parade von der Kartause Ittingen ins Eisenwerk, Sonntag, 28.9., 14 Uhr
Treffpunkt: Parkplatz Kartause Ittingen, Warth


Öffentliche Studiogespräche im neuen shed
jeweils Mittwoch, 19.30 Uhr Barbetrieb ab 19 Uhr


Revolution = Energie
Mittwoch, 27. August 2008, 19.30 Uhr

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Energiezeitaltern waren jeweils mit drastischen gesellschaftlichen Umwälzungen verbunden. Der Wechsel zu fossilen Brennstoffen beispielsweise, hat das Ende des Feudalismus eingeleitet und der bu?rgerlichen Demokratie, sowie dem Kapitalismus den Weg bereitet.

P.M. Schriftsteller, Mitinitiant von Kraftwerk1, Autor von Bolo ,Bolo, einer sozial-utopischen Prophezeiung aus dem Jahre 1983.

Stefan Zweifel Übersetzer, Journalist, Publizist und Kurator. Studium der Philosophie, Komparatistik und Ägyptologie.


Die Geschichte der Verschwendung
Mittwoch, 3. September 2008, 19.30 Uhr

Verschwendung bezeichnet in Ökonomie oder Ökologie einen Vorgang, bei dem möglicherweise begrenzte Ressourcen unnötigerweise oder nicht nutzbringend verbraucht werden. Ein Blick auf die Kultur- und Kunstge-schichte zeigt jedoch, dass Verschwendung zentraler Bestandteil jeder Gesellschaft ist. Verschwenderisch ist u?berdies auch die Natur.

Dr. Ju?rg von Ins Lyriker und Ethnologe; Studium der Theologie, Pädagogik, Ethnologie, Religionsgeschichte und Philosophie. Habilitation «Der Rhythmus des Rituals – Grundlagen einer ethnologischen Ritualsemiotik».


Das präfossile Zeitalter
Mittwoch, 17. September 2008, 19.30 Uhr

Energie- und Ressourcennutzung konstituieren seit jeher die menschliche Kultur. Der Übergang von Jäger- und Sammlerinnen-Gesellschaften zu den ersten sesshaften Kulturen im Orient (ca. 10,000 v. Chr.) ist ein exemplari-sches Beispiel fu?r die Beziehung zwischen Energie und Kultur.

Prof. Dr. Rolf Peter Sieferle Umwelthistoriker und Professor fu?r Allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen.


Die Folgen des Postpetrolismus
Mittwoch, 24. September 2008, 19.30 Uhr

Die Gemeinde Hohentannen bei Bischofszell hat sich zum Ziel gesetzt, in wenigen Jahren energieautark zu wer-den. Es stellt sich die Frage, wie eine solche Vision zustande kommt, was den Ausschlag fu?r die Realisierung gegeben hat, und welche menschlichen und kreativen Energien fu?r das Unternehmen gefragt sind.

Ju?rg Buri Geschäftsleiter der Schweizerischen Energiestiftung, SES.


Energie und Testosteron
Mittwoch, 1. Oktober 2008, 19.30 Uhr

Ein Beispiel fu?r die Wechselwirkung zwischen Energienutzung und Kunst stellt das futuristische Manifest von Filippo Tommaso Marinetti dar (1909): «Schönheit gibt es nur noch im Kampf. Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein. […] Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, fu?r die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.»

Prof. Babara Schellewald Studium der Kunstgeschichte, Indologie, Klassische und Christliche Archäologie sowie Italienische Philologie. Professorin fu?r Kunstgeschichte des Mittelalters an der Universität Basel.

Dr. Tobias Straumann Studium der Allgemeinen Geschichte, Soziologie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. Privatdozent am Histori-schen Seminar und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl fu?r Wirtschaftsgeschichte an der Universität Zu?rich.


Weitere Veranstaltungen
30.8.2008, 16-18 Uhr Offene Studiotore am Literaturtag im Eisenwerk

13.9.2008, 15 Uhr Öffentliche Einfu?hrung vor der Chorprobe

18.9.2008, 19 Uhr Feierabend im Kunstmuseum Thurgau «Kann Kunst dem Klima helfen?» Der Klimapolitiker Patrick Hofstetter (WWF Schweiz) und die Kuratorin Dorothee Messmer diskutieren mit Kunstschaffenden der Ausstellung u?ber die Bedeutung der Kultur im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Cinema Luna, Frauenfeld 27.9.2008, 17 Uhr Manufactured Landscapes von Jennifer Baichwal, Kanada 2006

28.9.2008, 17 Uhr Rivers and Tides von Thomas Riedelsheimer, Deutschland 2002

ThurgauThurgau / 14.08.2008 - 13:16:00