Mit Wärmebild-Aufnahmen werden Energie-Lecks sichtbar
Altstätten/SG. Mit Wärmebild-Aufnahmen werden Energie-Lecks sichtbar gemacht. Zum zweiten Mal führte die Arbeitsgruppe «Energiestadt Altstätten» im vergangenen Winter eine Thermographie-Aktion durch
In einem weiteren Anlass wurde letzte Woche den Hausbesitzern aufgezeigt, mit welchen konkreten Massnahmen am sinnvollsten Energie gespart werden kann.
Altstätten verfügt seit acht Jahren über das Label Energiestadt. Deshalb werden regelmässig Informationsveranstaltungen zu Thema «Energiesparen» durchgeführt. Im vergangenen Winter wurde bereits zum zweiten Mal eine Thermographie-Aktion veranstaltet. Dabei werden so genannte «Wärmebilder» gemacht. Diese zeigen Schwachstellen in der Isolation eines Gebäudes auf. Man sieht ganz genau, wo Wärme nach draussen entweicht, oder wo kalte Luft ins Gebäude eindringt. Hausbesitzer können so Energielecks orten und Sanierungen gezielt in die Wege leiten.
Wiederum machten zahlreiche Hausbesitzer mit. Sie erhielten zusammen mit den Bildern einen Bericht, in dem der Zustand ihrer Liegenschaft beschrieben wird und einzelne Massnahmen empfohlen werden. In einem weiteren Schritt wurden die Liegenschaftsbesitzer von der Arbeitsgruppe «Energiestadt Altstätten» eingeladen, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen. Dieser Anlass wurde letzte Woche durchgeführt und war wiederum gut besucht.
Christian Graber, welche die Aufnahmen gemacht hatte, erläuterte die Möglichkeiten der Thermographie. Dabei wies er auch auf generelle Festestellungen hin. So bilden beispielsweise bei vielen Objekten die Haustüren einegrosse Schwachstelle. Hier lässt sich oft mit einem geringen Sanierungsaufwand eine grosse Wirkung erzielen. Eine weitere, vielfach übersehende Schwachstelle sei die Küchenabluft. Wenn die Klappe verunreinigt sei, dann schliesse sie nicht mehr, wodurch ständig Wärme abfliessen könne, führte Christian Graber aus. Energetisch schlimm seien auch ständig gekippte Fenster. «Wenn das der Fall ist, dann strömt die Energie von 200 Litern Öl pro Jahr zum Fenster hinaus.»
Architekt Nik Graber zeigte auf, wie eine energetische Sanierung in die Hand genommen wird. Er wies auf die wichtigsten Punkte, die zu beachten sind, hin. Er betonte, dass es wichtig ist, zu erst ein Sanierungskonzept zu erstellen. Meinrad Gschwend erläuterte im Namen der Arbeitsgruppe Energiestadt die finanziellen Förderungen des Kantons und der Rheintaler Energie-Initiative.
Anschliessend wurde zu einer Art Sprechstunde eingeladen: Neben den beiden Fachpersonen Christian Graber und Nik Graber waren es die beiden Energieberater Ralph Oehry und Marcel Frei. Die Liegenschaftsbesitzer stellten Fragen, wie sie nun vorzugehen haben und mit welchen Massnahmen bei ihrem Objekt die grösste Wirkung erzielt werden kann. Produkte- und Firmenneutral gaben die vier Fachleute ihre Empfehlungen ab.
Wenn nun aufgrund des Thermografieberichtes energetische Massnahmen umgesetzt werden, erhalten die Bauherren etwas mehr als die Hälfte der Kosten, die für die Aufnahmen entstanden sind, rückerstattet. Dies trägt dazu bei, dass die Empfehlungen auch realisiert werden können. Damit wird Energie gespart, was nicht nur die Umwelt weniger belastet, sondern auch das Portomonnaie des Hausbesitzers schont.
