
Mit CO2-Neutralität auf Erfolgskurs
Herisau/AR. Die AG Cilander rüstet den Dampfkessel-Brenner auf flüssigen Biobrennstoff um und erreicht damit ihr Ziel der 10 % Reduktion des CO2-Ausstosses bis 2010.
Mit der Ratifizierung der Klimakonvention hat sich die Schweiz zusammen mit über 150 anderen Staaten zu einer langfristigen, dauerhaften Senkung der CO2-Emissionen verpflichtet. Der Wirtschaft wurde die Chance eingeräumt, mit freiwilligen Massnahmen substantiell zur CO2-Verminderung beizutragen. Unternehmen und Unternehmensgruppen werden von der CO2-Abgabe befreit, wenn sie sich verpflichten, ihre CO2-Emissionen zu begrenzen.
Die AG Cilander ist ständig auf der Suche nach Verbesserungen im Produktionsablauf, insbesonders bezüglich der Einsparungen von Energie, Wasser und Hilfsstoffen und bezüglich der Reduktion von Emissionen. So hat sie sich unter anderem im Jahr 2000 entschieden, eine freiwillige Zielvereinbarung mit dem Bund abzuschliessen, die festhält, dass der CO2-Ausstoss bis 2010 um 10% reduziert wird.
CO2-Einsparungen zahlen sich doppelt aus
Bei der Herstellung eines Textilproduktes entfallen rund 50-70% des CO2-Ausstosses auf die Veredelung. «Für Unternehmen entlang der textilen Kette, die sich intensiv um das Thema Nachhaltigkeit bemühen, ergeben sich aus den getroffenen Massnahmen echte Wettbewerbs-vorteile», erläutert Ruedi Merz, verantwortlich für Produktion / Umwelt bei der AG Cilander, die Motivation und ergänzt: «Einsparungen in diesen Bereichen zahlen sich nicht nur für die Umwelt aus, sondern auch in Franken und Rappen in unserem betriebswirtschaftlichen Ergebnis.» Denn einerseits werden Unternehmen die ihre Zielvereinbarung erreichen von der CO2-Abgabe befreit und andererseits erwirbt die Stiftung Klimarappen gegen eine Abgeltung CO2-Emissionsreduktionen von Unternehmen, die mit dem Bund eine freiwillige Zielvereinbarung im Treibstoff- oder Brennstoffbereich abgeschlossen haben.
Biobrennstoff für klimafreundliche Wärmeerzeugung
Nebst der steten Optimierung der Energie-Effizienz bei verschiedenen Verfahren und der Reduktion des Verbrauches durch Wärmetauscher im Wasser- und Abluftbereich, will die AG Cilander die Heizanlage des Betriebes per 1. Januar 2010 für die Verfeuerung von flüssigem Biobrennstoff umrüsten, einem 100% erneuerbaren Brennstoff der CO2-neutral ist. Ruedi Merz: «Mit dieser Massnahme erreichen wir unsere Zielvereinbarung, ja unterschreiten diese gar deutlich.» Durch die Umrüstung des Dampfkessel-Brenners werden bei der AG Cilander pro Jahr rund 1000Tonnen Heizöl eingespart, was gleichbedeutend ist mit einer klimarelevanten Einsparung des CO2-Ausstosses von rund 2000 Tonnen pro Jahr und damit einer Unterschreitung der Zielvereinbarung von ebenfalls rund 2000Tonnen pro Jahr. Die Investitionen belaufen sich auf rund 300’000 Franken. Den flüssigen Biobrennstoff bezieht die AG Cilander in der Region, bei der Firma TMF Extraktions-werk AG Bazenheid. Mit der TMF konnte ein fix an den Gaspreis gebundener Preis für den Treibstoff ausgehandelt werden. Zudem liegt der kurze Transportweg ganz im Sinne der Anstrengungen der AG Cilander für den Klimaschutz.
Die Zielvereinbarung zur Reduktion des CO2-Ausstosses der AG Cilander wurde unter der Ägide der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) ausgearbeitet. Die EnAW betreut und überwacht auch das freiwillige Rechnungsmodell. Finanziert wird die Stiftung Klimarappen, eine freiwillige Massnahme der Schweizer Wirtschaft für wirksamen Klimaschutz, durch eine Abgabe von 1,5 Rappen pro Liter auf allen Benzin- und Dieselimporten.