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«Mini Farb und dini…»

Herisau/AR. Dank der Unterstützung durch die Bertold-Suhner-Stiftung konnte im Schulhaus Waisenhaus kürzlich ein Malatelier eingerichtet werden.

«Mini Farb und dini, das git zäme zwei…», tönte es in der vergangenen Woche: Eine Gruppe aus der 4. Klasse begleitete die Einweihung des Malateliers im Altbau des Schulhauses Waisenhaus musikalisch. «Wir freuen uns, dass sich dieses Projekt verwirklichen liess», sagte Vorsteherin Barbara Brunner. Nebst René Schoch, dem Präsidenten der Bertold-Suhner-Stiftung, waren bei der offiziellen Eröffnung auch Schulpräsidentin Annette Joos, die Lehrpersonen des Schulhauses und Vertreter des Gemeinde-Bauamtes anwesend. Letztere hatten bei der Gestaltung in der ehemaligen Küche des Kinderheims mitgeholfen. Entstanden sei die Idee nach einem Besuch in einem auswärtigen Schulhaus vor etwa einem Jahr. Der Wunsch, ein Malatelier einzurichten, konnte dank der Zusicherung der Bertold-Suhner-Stiftung umgesetzt werden. Diese übernahm die finanziellen Aufwendungen für Material und Fachliteratur. «Wir bedanken uns herzlich bei der Stiftung», sagte Barbara Brunner.

Viel Bewegungsfreiheit
Das Malatelier lässt sich auf verschiedene Weise benützen: ohne Themen-Vorgabe, mit klarem Auftrag; es können verschiedene Maltechniken ausprobiert und Kombinationen von Farben und Formen erlebt werden. «Grossflächiges Malen hat etwas Befreiendes», erklärte Barbara Brunner, «und das Malen im Stehen erlaubt enorme Bewegungsfreiheit, weil kein Arm auf einer Fläche aufliegt». Es wird nicht mit kleinen Paletten gearbeitet. Ein grosser Tisch mit zahlreichen Behältern stellt als zentrale Farbenbank das «Herz» des Malateliers dar; an speziellen Platten sind die grossen Blätter aufgehängt. Malen an der Wand entspreche einem menschlichen Naturbedürfnis, erinnerte die Vorsteherin an die historischen Höhlenmalereien. «Das Ziel ist, das Malatelier selbsttragend zu betreiben. Die Kosten für Verbrauchsmaterial können dereinst zum Beispiel durch Vernissagen und den Verkauf von Bildern gedeckt werden.»

«Aus innerem Bedürfnis»
Nach einem weiteren «farblichen» Gesangsvortrag («Yellow is the sun, I like yellow; blue ist the sky, I like blue») bekamen die Gäste am Einweihungsabend auch kreativen Anschauungsunterricht: Die Schülerinnen und Schüler schlüpfen in grosse Schürzen und malten. Vor dem Einrichten des Ateliers waren die Lehrpersonen mit einer Maltherapeutin in Kontakt getreten. Fachleute würden raten, nicht das zu malen, was allgemein als schön erwartet werde, meinte Barbara Brunner. «Anzustreben ist das Malen aus innerem Bedürfnis und aus dem Gefühl heraus.» Am Eingang zum Malatelier hängt eine Liste mit Grundsätzlichkeiten, die für alle Benützer gelten. «Wir respektieren die Bilder der anderen», heisst es da zum Beispiel. Und: «Wir hängen die Kunstwerke ab und nehmen sie mit ins Schulzimmer.»

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 20.01.2010 - 07:28:16