Milchproduktion im Wachstumskorsett
Ein Viertel aller Milchproduktionsbetriebe in der Ostschweiz müssen ihren Betrieb zwischen 2004 und 2009 wegen fehlenden Ausbaumöglichkeiten einstellen.
Dies ergab eine Umfrage der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART).
Befragt wurden gemäss ART-Angaben vom Montag 407 Ostschweizer Milchviehbetriebe in den Kantonen St. Gallen, Thurgau, Zürich, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Die Umfrage zeige, dass nur eine Minderheit die Produktion so ausdehnen könne, dass sich notwendige Kostensenkungen realisieren lassen.
Zu wenig Futterflächen
Auf den meisten Betrieben stünden für das Wachstum mittelfristig keine zusätzlichen Futterflächen zur Verfügung. Dies sei aber für eine Produktionsausdehnung und für weitere Kostensenkungen notwendig, heisst es in der ART-Mitteilung weiter.
Als weitere wichtige Wachstumsbremse gelten die hohen Kosten, die bei Investitionen in neue Ställe oder in Lieferverträge und Kontingente entstehen. Viele befragte Landwirtinnen und Landwirte betrachten den Milchmarkt als zu riskant und würden das Geld lieber in andere Bereiche investieren.
Ställe ausgelastet
Als weitere Hinderungsgründe einer Produktionsausdehnung wurden ausgelastete Ställe und arbeitswirtschaftliche Engpässe geltend gemacht. 20 Prozent der verbleibenden Betriebe hatten zudem noch keine gesicherte Nachfolgeregelung, so dass also nur gut die Hälfte der Betriebe längerfristig Milch produzieren wird.
Im Durchschnitt stieg die Kontingentsmenge der Milchproduktion pro Betrieb von 1999 bis 2006 jährlich um sieben Prozent. Die meisten der befragten Betriebe, vor allem jene in Berggebieten, verzeichneten jedoch ein unterdurchschnittliches Wachstum.
Die Ostschweiz ist hinsichtlich der klimatischen und topografischen Verhältnisse typisch für die Schweizer Milchproduktion. Das Berggebiet trägt einen Drittel und das Talgebiet zwei Drittel zur Milchproduktion bei.



























