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Michael De Paolis: Wieder bei Null beginnen

Herisau. Polizei und Verwandte warten verzweifelt auf Hinweise bezüglich des vermissten Michael De Paolis

Der 23-jährige Michael De Paolis wird seit dem 2. Januar vermisst. Die Polizei kann nach dem jetzigen Erkenntnisstand nichts tun. Familie und Arbeitskollegen warten immer noch auf den erlösenden Hinweis. Das Verschwinden ist für sie unerklärlich.

Dezember 2007: Michael De Paolis hält sich bei Verwandten in Murau (Österreich) auf. Am Mittwoch, 2. Januar, reist der Mann mit dem Zug von Radstatt nach Feldkirch. Auf seiner Heimreise ruft er seine Mutter in Herisau an. Es wird bis heute das letzte Lebenszeichen des 23-Jährigen sein. Ob er jemals in Feldkirch angekommen ist, steht nach dem derzeitigen Ermittlungsstand nicht fest. Seither gilt er offiziell als vermisst. Die Polizei im österreichischen Bundesland Stiermark hat ebenfalls eine Fahndung eingeleitet.

Widersprüchliche Zeugenaussagen
Der letzte Hinweis aus der Bevölkerung ging bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden am 10. Januar ein. «Eine Person meldete, dass sie mit Michael De Paolis im Zug gefahren sei. Die Abklärungen laufen immer noch. «Wir versuchen den entsprechenden Schaffner ausfindig zu machen. Vielleicht kann er uns wichtige Hinweise geben», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. Am selben Tag erhielt die Polizei ausserdem den Hinweis, De Paolis sei in der Nähe des Kantonsspitals St.Gallen gesehen worden. Dieser Anhaltspunkt konnte aber nicht bestätigt werden. Die Polizei kann nach dem heutigen Ermittlungsstand keine weiteren Massnahmen ergreifen. Sie sind gezwungen, abzuwarten.

«Zurzeit gibt es viel zu viele Personen, die glauben, Michael gesehen zu haben», erklärt Corinne Kaiser, Personalleiterin bei www.putzfrauenvermittlung.ch und Michaels Chefin. «Einige sagten, sie hätten ihn rauchen gesehen – obwohl Michael klarer Nichtraucher ist.» Polizei, Familie und Freunde haben eingesehen, dass man wieder bei Null beginnen muss. Denn viel Aussagen enden immer wieder in Widersprüchen, so Kaiser.

Arbeitskollegen suchen Michael
Einen wichtigen Teil bilden die privaten Suchenden. Mitarbeiter und Freunde von www.putzfrauenvermittlung.ch suchten am vergangenen Wochenende mit Flyers ihren Arbeitskollegen auf eigene Faust in der Region Feldkirch. Zirka acht Personen waren an der Aktion beteiligt. Überall wo es einen freien Platz gab, wurde sein Bild aufgehängt.

Die Aktion schien Wirkung zu zeigen. «Eine Zeugin ist aufgetaucht. Eine Verkäuferin konnte bestätigen, dass sie Michael gesehen hatte», bestätigt Kaiser gegenüber unserer Zeitung. «Doch diese Aussage ist mit Vorsicht zu geniessen.» Sie wird sich bei der zuständigen Polizeistation in Feldkirch melden. Und: Rund 80 bis 90 Prozent der Personen in Feldkrich haben bereits vom Vermissten Kenntnis genommen.

Kein Geldbezug, kein Anruf
Die Polizei hat De Paolis bereits mehrere Male angerufen und angetextet, ein Lebenszeichen des jungen Herrn blieb aber aus. Bis heute sind durch De Paolis keine Geldbezüge getätigt worden und sein Mobiltelefon konnte ebenso wenig geortet werden.

«Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir gehen von einem Unfall oder einem Suizid aus. Es kann aber auch sein, dass er sich irgendwo abgesetzt hat», so Krüsi. Schliesslich sei der Herisauer eine erwachsene Person und könne tun und lassen, was er möchte. Dass er gewisse psychische Probleme aufweise, sei ebenfalls publiziert worden, so Krüsi. Für ein Gewaltverbrechen gibt es keine Hinweise.

«Das passt gar nicht zu ihm»
Kaiser hat für ihren Arbeitsfreund nur lobende Worte übrig: «Er ist ein guter, zuverlässiger und pünktlicher Mensch. Das Verschwinden passt gar nicht zu ihm. Ich bin mir ganz sicher, dass er sich melden würde, wenn er könnte. Für uns ist das Verschwinden unerklärbar. Wir haben Angst um ihn, wir vermissen ihn. Nicht nur als Mitarbeiter sondern auch als Freund.» Er sei schlicht der perfekte Schwiegersohn. «Für ihn würde ich die Hand ins Feuer legen.»

Vor Weihnachten sei er noch beim Coiffure gewesen. Er hätte sich blonde Strähnchen ins Haar machen lassen und trug einen Haarschnitt «wie die Fussballer heutzutage auch», beschreibt Kaiser De Paolis. Der Praktikant sei zudem eine sehr zukunftorientierte Person gewesen und hätte in nächster Zeit eine Festanstellung erhalten. Kaiser weiter: «Er ist sehr intelligent und hatte gute Berufsaussichten. Daran sollte sein Verschwinden nicht liegen.»

Wie geht es weiter im Fall De Paolis?
Der Fall De Paolis wird ebenfalls parallel in Österreich behandelt, wo De Paolis das letzte Mal gesehen worden ist. «Wo es Sinn macht, arbeiten wir zusammen» erklärt Krüsi. «Doch zum jetzigen Zeitpunkt können wir nichts mehr machen.»

«Wir warten noch bis Ende dieser Woche. Haben wir dann kein Lebenszeichen, müssen wir andere Massnahmen treffen», so Kaiser. Neben den Arbeitskollegen ist die Familie von De Paolis ebenso mit einer Flyeraktion tätig.


Vermisst wird seit dem 2. Januar der in Herisau wohnhafte, 23-jährige Michael De Paolis.

Signalement: 182 bis 184 Zentimeter gross, schlanke Statur, braune, kurz geschnittene Haare, trägt eine braune Jacke, blaue Jeanshosen, schwarze Schuhe Marke «Nike» und hat eine schwarze Sporttasche Marke «Nike» bei sich. Der 23-jährige Michael De Paolis ist österreichischer Staatsangehöriger, spricht jedoch Schweizer Dialekt.

Hinweise sind erbeten an die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden in Trogen, Telefon 071 343 66 66 oder an den nächsten Polizeiposten zu leiten.

Kapo AR


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Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 16.01.2008 - 08:00:00