«Melander» wird geschlossen – Fische werden geschlachtet
Oberriet/SG. Hans Raab schliesst seine Fischfarm definitiv. Er beginnt sofort mit der Schlachtung von zirka 50 Tonnen Fisch.
Der deutsche Unternehmer und Multimillionär Hans Raab stellt den Betrieb in seiner Fischfarm im Rheintal ein: Er beginnt sofort mit der Schlachtung von rund 400 000 Welsen. Die St.Galler Kantonsregierung ging nicht auf seine Forderungen ein.
Raab hatte der St. Galler Regierung ein Ultimatum bis heute, 12 Uhr, gestellt. Er bestand darauf, seine umstrittene Tötungsmethode über den 15. Mai hinaus anwenden zu dürfen. Er hatte gedroht, sein Kraftwerk in der Fischfarm herunterzufahren und die Fische dem St.Galler Kantonstierarzt zu überlassen.
Moderater Abgang Raabs
Die St.Galler Regierung teilte am heute Morgen mit, sie lasse sich nicht erpressen; die Forderungen Hans Raabs seien haltlos. Jetzt zieht der Deutsche, der sein Geld mit Putzmittel-Produkten («Ha-Ra») verdient, die Konsequenz – allerdings auf moderate Art und Weise. Er zieht nicht wie angedroht kurzerhand den Stecker.
Er schlachtet seine Tiere wie bisher. Er lässt die in 27 Grad warmem Wasser schwimmenden Melander herunterkühlen, was sie nach seinen Angaben zu 80 Prozent betäubt. Danach werden die Fische in einer sich langsam drehenden, mit Eisscherben gefüllten Trommel entschleimt. Darauf werden die Fische maschinell geschlachtet.
Die Aufzucht junger Welse werde per sofort gestoppt, sagte Raab heute vor den Medien. Aus Protest verkauft er das Fleisch der geschlachteten Fische nicht in der Schweiz. Raab sprach von etwa 50 Tonnen Fisch. Was aus der erst im vergangenen Frühling eröffneten Fischfarm in Oberriet passiert, liess Raab offen.
Klage gegen Kanton
Er hatte in den Bau der Anlage zwischen 30 und 40 Millionen Franken investiert. Der St.Galler Kantonstierarzt Thomas Giger hatte Mitte Woche verfügt, dass die Fische nur noch bis 15. Mai wie bisher getötet werden dürfen, denn die Methode entspricht nicht der seit September 2008 geltenden Tierschutzverordnung.
Laut dem Kantonstierarzt wurde dies dem deutschen Unternehmer mehrere Male mitgeteilt, das erste Mal bereits vor Baubeginn. Auch die Organisation Fair-fish hatte die Tötungsmethode kritisiert. Bereits am Donnerstag hatte Raab via Anwalt verlauten lassen, er werde von den St.Galler Behörden Schadenersatz einfordern.
Mit dem Entscheid Raabs, die Fabrik zu schliessen, sei ein «übles Kapitel» abgeschlossen, teilte Fair-fish am Freitag mit. Die Organisation fordert nun vom Bundesamt für Veterinärwesen, rasch festzulegen, wie Fische in der Schweiz gezüchtet und gehalten werden dürfen, bevor weitere Fischfabriken aus dem Boden spriessen.



























