• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Mehr Wildschweine erlegt denn je

Weinfelden. Die Thurgauer Jäger melden mit mehr als 540 Tieren einen neuen Rekord beim Wildschweinabschuss.

Sie blicken insgesamt auf ein erfreuliches Jagdjahr zurück, wie Präsident Christian Haffter an der Jahresversammlung von Jagd Thurgau am Samstag in Weinfelden erklärte. Im laufenden Jagdjahr 2007/08, das am 31. März endet, sind im Kanton Thurgau 541 Wildschweine zur Strecke gebracht worden. Es handelt sich laut Präsident Christian Haffter um einen absoluten Jahresrekord. Die bisherige Rekordzahl lag gemäss Jagdverwalter Roman Kistler bei 413 Tieren, im Jagdjahr 2006/07 waren 210 Schwarzkittel erlegt worden.

Kistler führte die hohe Abschusszahl an der Jahresversammlung von Jagd Thurgau auf den grossen Bestand an Wildschweinen zurück. Es hätten in letzter Zeit von der Witterung und vom Nahrungsangebot her sehr gute Bedingungen für die Fortpflanzung geherrscht. Haffter hob den grossen Zeitaufwand zur Erlegung von Wildschweinen hervor. «Diesem Resultat liegen geradezu astronomische Summen an aufgewendeten Stunden zugrunde», sagte er.

Die Jagdpachtsumme sinkt
An der Jäger-Landsgemeinde nahmen rund 220 Jägerinnen und Jäger sowie Gäste teil, unter ihnen auch politische Prominenz. In den Märchen sei der Jäger ein positiv besetzter Archetyp gewesen, legte Regierungspräsident Hans Peter Ruprecht in seiner Abschiedsbotschaft dar. Heute bringe die Jagd kaum mehr Sozialprestige, dafür aber Anfeindungen. Die Jäger müssten ihre Tätigkeit in der Öffentlichkeit transparenter darstellen, mahnte er.

Im Kanton Thurgau wird die Jagdpachtsumme für die Pachtperiode 2010 bis 2018 um 30 Prozent auf den schweizerischen Durchschnitt gesenkt. Regierungsrat Claudius Graf-Schelling, politischer Schirmherr der Thurgauer Jagd, bezeichnete dies als «faire Basis». Stichhaltige Gründe hätten zur Reduktion geführt, sagte er weiter. Es handle sich um eine Anerkennung der Leistungen, die von der Jägerschaft zugunsten der Allgemeinheit erbracht würden. Präsident Haffter wertete den regierungsrätlichen Entscheid «als klares Bekenntnis der zuständigen Instanzen zu unseren heutigen jagdlichen Tätigkeitsfeldern».

Wachsende Ansprüche
Die gesellschaftlichen Ansprüche an Jäger und Jagd wachsen. Jagdverwalter Roman Kistler unterstützte deshalb die Mahnung Ruprechts für mehr Transparenz und Öffentlichkeit. Diverse Forderungen lägen auf dem Tisch, darunter eine Eingabe für die Abschaffung der Hasenjagd im Kanton Thurgau. Am freiwilligen Einschiess-Nachweis beteiligten sich im zweiten Versuchsjahr rund 72 Prozent der Jäger, was Kistler als „respektabel“ bezeichnete. Falls eine hohe Beteiligung erreicht wird, kann nach seiner Einschätzung auf ein gesetzlich verankertes Obligatorium verzichtet werden. Er sprach sich weiter gegen eine Überarbeitung des neuen Nachsuche-Reglementes nach bloss einem Jahr aus.

Rücktritt aus dem Vorstand
Aus dem Vorstand von Jagd Thurgau trat Vizepräsident Ruedi Lang nach zwölf Jahren zurück. Neu in den Vorstand gewählt wurden Bruno Ackermann, Altnau, Hans Benzinger, Langrickenbach, und Heinz Laib, Weinfelden. Präsident Christian Haffter kündigte an, dass er vor Ablauf der neuen Amtsdauer im Jahr 2012 ebenfalls zurücktreten werde.

Am Endschiessen von Jagd Thurgau mit der neuen Rekordzahl von 139 Teilnehmenden siegte Ruedi Lang (Revier Frauenfeld-Süd) bei den Aktiven und Egon Mauchle (Erlen) bei den Veteranen. Die Kugelmeisterschaft ging an Martin Ebner (Wängi-Heidelberg), die Schrotmeisterschaft an Manfred Ressel (Hiltenberg). Beste Jagdgesellschaft war Frauenfeld-Süd. Für das Tontauben-Schiessen darf in Weinfelden künftig nur noch bleifreies Weicheisen-Schrot verwendet werden. Walter Minder wurde für die Betreuung des Jagdschiessstandes während 40 Jahren geehrt.

Die Schweissprüfung mit ihren Hunden bestanden haben Marlies Benzinger, Walter Bamert, Hans Gähwiler, Hubert Gruber und Bruno Nater. Bei der Jägerprüfung für Wiederholer bestanden sämtliche zwölf Teilnehmenden. Die Jahresversammlung von Jagd Thurgau wurde von der Formation „Bläser vom Rhy“ unter Leitung von Rosmarie Keller mit Jagdhornklängen umrahmt. Nicht gesichert ist die Zukunft des Pelz- und Fellmarktes in Weinfelden. Es wurden am Samstag bloss 60 Felle von Füchsen und 8 von Mardern angeboten. Die Preise bewegen sich nach wie vor auf einem tiefen Niveau.

ThurgauThurgau / 16.03.2008 - 15:16:00