Mehr Lohn und Entlastung für Lehrpersonen
Mehr Lohn und mehr Entlastung für Ausserrhoder Lehrkräfte: Am Montag verabschiedete das Parlament zwei neue Schulverordnungen.
Die SVP scheiterte mit allen ihren Gegenanträgen.
Langer Schultag für den Ausserrhoder Kantonrat: Mit einer neuen Schul- und einer Anstellungsverordnung für Lehrkräfte werden in Ausserrhoder Lerninhalte und Schulorganisation harmonisiert.
Der Rat diskutierte rund sieben Stunden lang darüber. Einen Nichteintretens-Antrag der SVP lehnte er ebenso ab, wie einen Rückweisungs-Antrag des parteilosen Juristen Willi Rohner. In beiden Fällen wurde eine Regelung auf Gesetzesstufe statt nur auf dem Verordnungsweg gefordert.
Die neue Schulverordnung ermöglicht es, Frühenglisch ab dem 3. Schuljahr und Französisch spätestens ab dem 5. Schuljahr einzuführen. In der Oberstufe wird die Berufswahlvorbereitung verstärkt. Das 9. Schuljahr wird gezielter auf die Schul- und Berufslaufbahn der Lernenden ausgerichtet.
Blockzeiten
Es werden verbindliche Blockzeiten eingeführt. Die Unterrichtszeit wird neu in Stunden pro Jahr statt wie bisher in Lektionen pro Woche festgelegt. Die Lektionen werden kürzer: Sie dauern noch 45 statt 50 Minuten. Die musikalische Grundschule wird integriert, der Deutschunterricht im Kindergarten und auf der Unterstufe gestärkt.
Die Bandbreiten der Klassengrössen werden von 16 bis 28 Schüler auf 18 bis 24 verringert. Im Kindergarten und in der 1. bis 3. Primarklasse wird die Unterrichtsszeit erhöht, in der Oberstufe etwas reduziert. Gesamthaft wird die Unterrichtszeit um rund ein Prozent verlängert.
Zeit statt Geld
Für Lehrkräfte mit Klassenverantwortung sah die Regierung eine zusätzliche Entschädigung von 3000 Franken pro Jahr vor. Der Rat entschied aber zu Gunsten einer Reduktion um 30 Stunden. Das entspricht einer Lektion pro Woche. Die Lehrer im Rat sprachen sich für diese Variante aus. Diese Entlastung bringe mehr als Geld.
Die Gemeinden können Anerkennungsprämien bis zu 2000 Franken pro Person und Jahr ausrichten. Die Summe der Prämien darf aber 0,5 Prozent der Lohnsumme aller Lehrenden nicht übersteigen.
Keine «Altersentlastung»
Eine «Altersentlastung» in Form einer Pensenreduktion, wie sie die vorberatende Kommission wollte, lehnte der Rat ab. Die Lehrkräfte dürften nicht erst entlastet werden, wenn sie bereits ausgebrannt seien, wurde argumentiert.
Lehrende werden neu nach Ausbildung, statt wie bisher nach Unterrichtsstufe, entlöhnt: Anstelle von drei wird es nur noch zwei Lohnklassen geben – eine auf Kindergarten- und Primarstufe sowie eine auf Sekundarlehrstufe.
Auch diesen laut Ivo Müller (SP) «innovativsten Punkt» wollte die SVP kippen und alles beim Alten belassen. Sie scheiterte mit diesem Streichungsantrag ebenso wie mit der Forderung nach «Arbeitserfassung» durch die Lehrkräfte.
Aber auch die SP musste Niederlagen einstecken. Sie unterlag mit dem Antrag auf eine fixe Anzahl Lektionen in Halbklassen und Differenzierungsstunden.
Gesetzes-Regelung gefordert
Die Kritik der SVP und des Juristen Willi Rohner richtete sich gegen die Regelung in Verordnungen ohne Mitsprache des Volkes. Rohner störte sich vor allem an der Anstellungsverordnung.
Die SVP kritisierte, es fehle ein übergeordnetes Konzept angesichts dramatisch sinkender Schülerzahlen, so für eine Regionalisierung der Oberstufe. Bildungsdirektor Rolf Degen kündigte für 2011 eine Totalrevision des Schulgesetzes an.



























