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«Mehr Dienstleistung als sportlicher Charakter»

Salenstein. Laden, anvisieren und schiessen: diesem Ablauf folgt ein Schütze. Nach dem Schuss ist aber noch lange nicht Schluss. Dann interessiert nämlich, ob er auch einen Treffer ins Schwarze gelandet hat.

Für diese Rückmeldung ist ein eigens dafür geschaffener Verein, der Zeigerbund Salenstein, zuständig.

Herr Roland Ilg, Sie sind seit 21 Jahren Präsiden des Zeigerbundes Salenstein und zeitgleich auch Zeigerchef. Was macht die Faszination an dieser Freizeitbeschäftigung aus? Ist es das Ausüben einer gefährlichen Tätigkeit?

Nein, das Zeigen ist nicht gefährlich. Man steht in einem im Boden versenkten Scheibengraben und zeigt dem Schützen nach dem Schuss mit einer Kelle an, wie präzise er getroffen hat. Ich bin seit 21 Jahren Präsiden des Zeigerbundes Salenstein, zeitgleich auch Zeigerchef und habe Freude daran, eine genaue Arbeit zu verrichten und dem Schützen zu helfen, die Visierung genau einzustellen und in die Mitte zu treffen. Ehrlichkeit und Korrektheit sind dabei zwei wichtige Grundsätze. Der Erfolg des Schützen ist dann auch mein Erfolg.

Sie bilden immer noch Zeiger aus. Werden diese heute überhaupt noch gebraucht, wo doch die elektronische Trefferanzeige innerhalb kürzester Zeit genauste Werte zurückmeldet?

Im Zeichen der Zeit ist dieses Hobby etwas verschwunden, das ist richtig. Dennoch werden unsere Dienste immer noch gebraucht, zum Beispiel beim Unterseeschiessen, wo die Scheiben noch nicht elektronisch funktionieren, weil es technisch zu aufwändig wäre. Auch bei weiteren Schnappschiessen, wo die Scheiben aussergewöhnliche Formen eines Tieres oder Käses annehmen können, werden wir noch gebraucht.

Was ist eigentlich das Gangfischschiessen und kommen sie dort auch zum Einsatz?

Das Gangfischschiessen ist das Winterschiessen in Ermatingen. Dort wird auf Olympiascheiben mit 10er Einteilung geschossen. Es dauert zwei Tage, während derer 20 Zeiger im Einsatz stehen. Der Name stammt vom Gangfisch ab, der zwischen Ende November und anfangs Dezember dort gefischt wird. Die Tradition verlangt, dass die Gesellschaft nach dem Freundschaftsschiessen noch zusammen sitzt um einen Gangfisch zu essen. Deshalb bekommen die Teilnehmer Gangfische als Preise.

Zeiger gibt es auf ihrem Schiessstand schon seit 1921. Wieso gründeten Sie 1987 einen eigens zum Anzeigen geschaffenen Zeigerbund?

Früher waren die Zeiger einfach Mitglieder der Schützenvereine, die neben dem Schiessen auch den Dienst des Zeigens wahrnahmen. Wir wollten aber einen eigenständigen, unabhängigen Verband gründen, der den Militär- sowie den Standschützenverein bedient und beiden gegenüber neutral auftritt.

Inwiefern besteht ein Zusammenhang zwischen den Schützenvereinen und dem Militär?

Ein Sportschütze denkt beim Schiessen nicht ans Töten ­ wie es im Militär vielleicht eher der Fall wäre ­ sondern daran, ein Maximum auf der Scheibe zu erlangen oder sich mit anderen zu messen. Trotzdem nutzen begeisterte Sportschützen mit dem vollendeten 17. Altersjahr den Jungschützenkurs, der vom Militär als eine Art Vorausbildung finanziert und von den Schützenvereinen ausgeführt wird. Ein Schütze lernt dort auch zu zeigen. Besonders talentierte Zeiger versuchen wir für unseren Verein zu gewinnen.

Wie viele Mitglieder fasst denn der Zeigerbund Salenstein und sind auch Frauen zugelassen?

Wir sind 14 Mitglieder. Bei zehn Scheiben auf unserem Schiessstand reichte diese Anzahl früher völlig aus. Unser jüngster Zeiger ist 35 Jahre alt. Frauen sind in userem Verein bereits seit der Gründung aktiv und bereicherten unser Vereisleben von Anfang an.

ThurgauThurgau / 22.07.2008 - 15:30:00