Max Bänziger neuer Blaukreuz-Interimspräsident
Wald. Max Bänziger wurde als Kantonalpräsident des Blauen Kreuzes St.Gallen-Appenzell gewählt.
60 Mitglieder aus dem Blauen Kreuzes St. Gallen-Appenzell trafen sich in St. Gallen zur jährlichen Mitgliederversammlung. Max Bänziger, Wald AR, wurde als Kantonal-präsident gewählt. Er tritt die Nachfolge vom Nesslauer Bruno Bissegger an, der 21 Jahre als Vorstandsmitglied und zuletzt als Präsident in der Verbandsleitung mitarbeitete.
Die Berichte, Rechnungen und Budgets des Verbandes und der Häuser fanden Zustimmung. Sorgen machen die fehlenden gesicherten Einnahmen für die kommen-den Jahre und die Schwierigkeit, eine geeignete Liegenschaft für eine Brockenstube zu finden.
Gastgeber der Mitgliederversammlung war der Blaukreuzverein St. Gallen-West unter der Leitung von Walter Vetsch. Nach einem besinnlichen Einstieg standen im Kirchgemeinde-haus Lachen die geschäftlichen Verhandlungen auf dem Programm. Der Nachmittag mit integriertem 100-Jahr-Jubiläum des Vereins wurde von Bruno Bissegger und Lorenz Schwarz mit Alphorn und Gitarre gestaltet.
Frauenarbeit wächst
Der Jahresbericht der Fachstelle gab Auskunft über das vielfältige Dienstleistungsangebot für Menschen mit Alkoholproblemen und für Angehörige. Einzel-, Paar- und Familienberatung, Gesprächsgruppen, Kurse und Freizeitangebote stehen Ratsuchenden kostenlos zur Verfügung.
Rund 100 Männer und Frauen wurden im letzen Jahr beraten. 59 Neumeldungen stehen 53 Beratungsabschlüssen gegenüber. Auffällig ist die Zunahme von Frauen die Hilfe suchen, einerseits solche die selber Alkoholprobleme haben und andererseits Partnerinnen von alkoholkranken Männern. Der Bericht wurde genehmigt und mit Applaus verdankt.
Wichtige ehrenamtliche Arbeit
Über 100 freiwillige Helferinnen und Helfer engagieren sich in verschiedenen Arbeitsbereichen des Verbandes. Müssten die über 8000 Arbeitsstunden von Angestellten erledigt wer-den, wären dazu etwa vier Vollzeitstellen nötig. Freiwillige arbeiten in Vorständen, Gesprächsgruppen, Kommissionen, Arbeitsgruppen und Projekten mit. Sehr schwer sind Mitarbeitende für die Vorstandsarbeit zu finden. Das ist mit ein Grund, warum der Kantonalvorstand momentan aus drei Mitgliedern und den beiden Bereichsleitern von Fach- und Geschäftsstelle besteht.
Prekäre Finanzaussichten
«Weil die Arbeit und die angebotenen Dienstleistungen schneller gewachsen sind als die Einnahmen, zeichnet sich ein Finanzengpass ab», teilte Präsident Bruno Bissegger mit. «Entweder können neue Quellen erschlossen werden oder ein Personalabbau mit fatalen Folgen für das Dienstleistungsangebot ist nötig.» Der Vorstand verschickte den Mitgliedern mit den Tagungsunterlagen ein Budget mit einem Ausgabenüberschuss von rund 220’000 Franken.
Bissegger konnte den Mitgliedern die gute Nachricht überbringen, dass in den letzten Wochen unerwartete Einnahmen von rund 180’000 Franken zugesagt worden sind. Unter diesen Umständen genehmigten die Anwesenden das Budget für das laufende Jahr. Für die kommenden Jahre sind allerdings grosse Anstrengungen in der Finanzbeschaffung nötig. Das Blaue Kreuz ist angewiesen auf neue Spenden und Beiträge, auf Legate und Trauerspenden.
Gewerbeliegenschaft gesucht
Um mit mehr Eigenleistung die Finanzprobleme zu mindern haben die Mitglieder den Aufbau von Brockenstuben beschlossen. Allerdings konnte bisher keine geeignete Liegenschaft im Raum St. Gallen gemietet werden. Bereits mehrmals erhielt ein anderer Mieter den Vorzug bei einem möglichen Objekt.
Gesucht sind Räume in der Grösse ab 1500 m2 mit genügend Parkplätzen und einer Infrastruktur, in denen ein modernes Gebrauchtwarenhaus eingerichtet werden kann. Die Brockenstube soll von Angestellten und Freiwilligen gemeinsam geführt werden.
100 Jahre Blaukreuz-Verein St. Gallen-West
Der scheidende Kantonalpräsident Bruno Bissegger berichtete in seiner Jubiläumsansprache über wichtige Stationen aus der Geschichte des Vereins und überbrachte die Glückwünsche des Verbandes.
Lorenz Schwarz begeisterte mit Alphorn und Gitarre unter dem Motte «Vom Trübsalbläser zum fröhlichen Alphornbläser». Dazwischen erzählte er, wie er alkoholkrank wurde und auf vielen Umwegen und mit Gottes Hilfe seinem Leben eine neue Richtung geben konnte.



























