Mann würgte Ehefrau fast zu Tode
Trogen. Ein 41-jähriger Mann würgte seine Ehefrau vor den Augen der Kinder beinahe zu Tode.
Ein 41-jähriger Mann ist vom Ausserrhoder Kantonsgericht zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Er hatte im Sommer vergangenen Jahrs seine Frau vor den Augen der Kinder gewürgt und dabei beinahe umgebracht.
Das Ausserrhoder Kantonsgericht verhandelte den Fall, der als Familientragödie bezeichnet werden kann, am 29. Oktober. Es sprach den Mann, der seit der Tat im vorzeitigen Strafvollzug sitzt, gemäss Anklage der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig, wie die Gerichtsschreiberin am Dienstag auf Anfrage der SDA sagte.
Zudem wurde beim Mann eine ambulante psychotherapeutische Massnahme angeordnet. Seiner Frau und den gemeinsamen drei Kindern muss der Verurteilte insgesamt 44 000 Franken Genugtuung bezahlen.
Frau hatte neuen Freund
Am 18. Juli 2006 betrat der Mann in einer Gemeinde über dem Bodensee unangemeldet das Einfamilienhaus, in dem seine Ehefrau mit den drei Kindern lebte. Das Paar lebte getrennt. Anlass zum Besuch war ein Telefongespräch Tage zuvor, in dem die Frau ihren Ehemann wissen liess, ein anderer Mann sei in ihr Leben getreten.
Das verkraftete der Ehemann nicht. Als seine zwei Jahre jüngere Frau ihm auch bei seinem Besuch nicht sagen wollte, wer ihr «Neuer» sei, packte er sie am Hals und schüttelte sie heftig. Er hörte auch nicht mit Würgen auf, als seine Frau vom Sofa auf den Boden gerutscht war – er würgte weiter und nahm dabei sein Knie zu Hilfe.
Kinder schauten zu
Durch den Lärm auf die Auseinandersetzung aufmerksam geworden, rannten zwei der Kinder herbei. Sie versuchten, ihren Vater von der Mutter loszureissen, was aber nicht gelang. Die Kinder holten Hilfe bei Nachbarn. Diese eilten herbei und alarmierten die Polizei. Zu diesem Zeitpunkt war der Kopf des Opfers bereits blau angelaufen.
Nach zehn Minuten liess der Mann von seiner Frau ab und begab sich ins Freie. Er begegnete dem neuen Freund der Frau und sagte ihm, sie sei tot. Der Freund traf im Haus auf die schwer verletzte Frau und leistete Erste Hilfe. Nach dem Eintreffen der Polizei stellte sich der Täter und sagte, er habe die Frau töten wollen.
Frau fast gestorben
Die Frau überlebte den Angriff ihres Manns; sie befand sich aber mehrere Tage in Lebensgefahr. Der Mann widerrief später seine anfänglich gemachte Aussage, er habe seine Frau töten wollen.
In der Ehe der beiden Leute war es schon zu Beginn zu Streit gekommen. Der Mann hatte seine Frau 2005 schon einmal gewürgt, meldete den Vorfall häuslicher Gewalt aber selbst der Ausserrhoder Polizei. Er wurde mit einem zehntägigen Rückkehrverbot belegt.
Der Mann versuchte mehr als einmal, sich das Leben zu nehmen. Deswegen war er regelmässig in psychiatrischer Behandlung gewesen.
Ältere Artikel zu diesem Thema
– «Familientragödie vor Gericht» vom 29. Oktober 2007
– «Die Ehefrau beinahe zu Tode gewürgt» vom 18. Oktober 2007



























