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Mann vergewaltigt Tochter und deren Freundin jahrelang

St. Gallen. Ein 52jähriger Schweizer soll seine Tochter und deren Freundin jahrelang vergewaltigt haben. Das Kantonsgericht verhandelt den Fall am Montag in zweiter Instanz.

Der Angeklagte beantragt einen Freispruch, der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von acht Jahren.
 
Das Kreisgericht Werdenberg-Sargans hatte den ehemaligen Chauffeur Anfang 2008 zu einer Gefängnisstrafe von acht Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er die Mädchen mehrfach vergewaltigte. Die Kinder, die damals zwischen fünf und acht Jahre alt waren, hätten ein endloses Martyrium durchgemacht und seien noch heute traumatisiert.
 
Die Aussagen der Opfer seien trotz einiger Erinnerungslücken glaubwürdig, hielt das Kreisgericht fest. Auch die Zeugenaussagen der ersten Ehefrau belasteten den Angeklagten. Sie hatte ihn überrascht, als er sich in der Badewanne an der einjährigen Tochter verging.
 
Der mutmassliche Vergewaltiger wies vor Gericht jede Schuld von sich. Er zog das Urteil ans Kantonsgericht weiter, das sich am kommenden Montag mit dem Fall befasst. Der Mann beantragt einen Freispruch mangels Beweisen.
 
Täglich missbraucht
Die sexuellen Übergriffe des Vaters begannen, als das Mädchen knapp fünf Jahre alt war. Zwischen 1989 und 1993 soll er seine Tochter anfangs wöchentlich, später täglich im Schlafabteil seines Lastwagens oder in der Wohnung vergewaltigt haben.
 
Im Keller des Hauses hatte der Mann eine Trennwand eingebaut. Mit Hand- und Fussfesseln soll er sein Opfer an die Kellerwand gebunden haben. Wenn das Mädchen weinte, wurde es vom Vater geschlagen. Wenn es etwas verrate, bringe er es um, drohte er laut Anklage.
 
Auch bei einer gleichaltrigen Freundin des Mädchens kam es immer wieder zu sexuellen Übergriffen. Der Angeklagte soll die Mädchen auch gefilmt und anderen Männern angeboten haben. Die Übergriffe fanden erst ein Ende, als sich das Ehepaar trennte und der Vater nach Zürich wegzog.
 
Der 52Jährige, der zum vierten Mal verheiratet ist und vier Töchter hat, bestreitet alle Taten. Er habe die Tochter nur einmal im Lastwagen mitgenommen. Die Freundin habe er nur wenige Male bei sich zu Hause gesehen.
 
Die damalige Ehefrau erklärte in der Einvernahme, sie habe nie sexuelle Übergriffe ihres Ex-Mannes an der Tochter festgestellt. Die jüngere Tochter sagte, der Vater habe sie nur einmal unsittlich berührt.
 
Taten zum Teil verjährt
Im Jahr 2000 eröffnete die Justiz ein Strafverfahren wegen sexueller Handlungen gegen den Mann. Weil die Tochter damals aber keine Aussagen machte, wurde das Verfahren im Sommer 2001 eingestellt. Knapp fünf Jahre später sagten die Opfer -beide inzwischen 22jährig – aus. Das Strafverfahren wurde 2006 wieder aufgenommen.

St.GallenSt.Gallen / 11.06.2009 - 16:48:30