Lustwandeln auf kaiserlichen Spuren
Salenstein. Mit Wasserspielen, künstlich angelegten Grotten, verwunschenen Wegen und Ausblicken auf den Untersee überrascht der Schlosspark Arenenberg seine Besucher.
Nach mehr als 80 Jahren im Dornröschenschlaf wurde die Anlage restauriert.
Wenn der Park am 17. August offiziell eröffnet wird, ist er aber wegen des erwarteten Andrangs nur auf geführten Rundgängen zu besichtigen. Später können ihn Besucherinnen und Besucher auch alleine anschauen, erläuterte Dominik Gügel, Leiter des Napoleonmuseums Arenenberg am Dienstag vor den Medien.
Landschaftsgarten mit Grotten
Als die ehemalige holländische Königin Hortense, Schwägerin Napoleons I., 1817 Schloss Arenenberg erwarb, begann sie sofort mit der Umgestaltung des Geländes. Aus dem nach italienischem Vorbild gestalteten Park schuf sie einen Landschaftsgarten mit Grotten, Wasserspielen, einer Eremitage und überraschenden Ausblicken.
Später übernahm ihr Sohn Louis Napoleon, der letzte französische Kaiser, die Verantwortung für die Gartengestaltung. Er überwachte auch eine erste Restaurierung im Jahr 1855. Auf diesen Zustand bezieht sich die jetzige Anlage. Historische Pläne und archäologische Funde dienten als Orientierung.
Verborgen unter meterdickem Schutt
Dabei galt es zunächst einmal, eine meterdicke Schutt- und Erdschicht zu beseitigen. Denn beim Bau der landwirtschaftlichen Schule des Kantons Thurgau auf Arenenberg hatte man den Aushub einfach über die Hangkante gekippt und den historischen Park zugeschüttet.
Dass dabei die wertvollen Einbauten nicht zerstört wurden, ist der Weitsicht des letzten kaiserlichen und ersten kantonalen Obergärtners zu verdanken: Er deckte Grotten und Springbrunnen mit einer dicken Humusschicht ab.
Originalteile erhalten
So finden die Besucher heute viele Originalteile aus kaiserlicher Zeit wie die Brunnenschale der grossen Fontäne, einen Tunnel mit Brunnenheiligtum, eine sechs Meter hohe Kaskadenwand und verschiedene Grotten. Selbst die Wasserversorgung funktioniert noch wie damals.
Neu gebaut wurde die Eremitage, deren Reste 1924 abgerissen worden waren. Eine moderne Konstruktion ist auch die «Himmelsleiter», ein in den Steilhang gebauter Treppenweg, der vom Eremitageplatz zum Schloss führt. Der ursprüngliche Weg wurde bei einem Bergrutsch verschüttet.
Noch ist nicht die gesamte Parkanlage restauriert, sondern nur das Herzstück – etwa die Hälfte des 13 Hektar grossen Geländes. Weitere Grotten wurden bereits entdeckt und sollen nach und nach ebenfalls zugänglich gemacht werden.



























