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Luftqualität leicht besser, aber…

Die Luft in der Ostschweiz und in Liechtenstein war im vergangenen Jahr weniger stark belastet als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Das gesteckte Ziel ist aber noch nicht erreicht.

«ostluft», ein Zusammenschluss mehrerer Kantone zur Kontrolle der Luftqualität, hat die Bilanz für 2008 erhoben. Im folgenden der Bericht:

Die Luft in der Ostschweiz und in Liechtenstein war im vergangenen Jahr weniger stark belastet als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Trotzdem sind wir noch deutlich vom Ziel der schweizerischen Luftreinhaltung entfernt, das in der Verfassung verankert ist. Es gilt, die Menschen und ihre natürliche Umwelt vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen zu schützen. Die Grenzwerte der Leitschadstoffe Stickstoffdioxid, Feinstaub PM10 und Ozon wurden mehrfach überschritten. Besonders die Feinstaubbelastung führte vielerorts zu wiederholten deutlichen Überschreitungen des Tagesmittel-Grenzwertes. Die Massnahmen zur Emissionsminderung sowie das unbeständige Wetter im vergangenen Jahr haben zur geringeren Luftschadstoffbelastung beigetragen. Eine Beeinträchtigung der Gesundheit und der Umwelt kann langfristig nur durch eine konsequente Umsetzung der schweizerischen und kantonalen Luftreinhaltepläne verhindert werden.

Stickstoffdioxid und Feinstaub
Die Jahresmittel-Grenzwerte von Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub PM10 wurden vor allem an den verkehrsbelasteten städtisch geprägten Standorten überschritten. Die Belastung mit NO2 und Feinstaub lag unter dem Durchschnitt der letzten 5 – 10 Jahre. Die Belastungsunterschiede zwischen den einzelnen Jahren und die extremen Belastungsepisoden in den Jahren 2003 und 2006 zeigen, dass die Luftbelastung nicht nur von zu hohem Schadstoffausstoss, sondern auch von der Witterung beeinflusst wird. So bauen sich während winterlichen Inversions-Episoden mit geringem Luftaustausch innerhalb weniger Tage grossräumig Feinstaubbelastungen auf. Im Jahr 2008 wurde während solcher Episoden an allen Messstationen der Tagesmittel-Grenzwert von 50 ?g/m3 mehrfach und deutlich überschritten.

Die stärksten Feinstaubbelastungen traten im Februar auf mit Werten über 80 ?g/m3. In den Städten und an verkehrsexponierten Standorten sind solche Episoden auch von stark erhöhten Stickoxidbelastungen begleitet. An mehreren Standorten im Grossraum Zürich wurde auch der Tagesmittel-Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten. Langandauernde Schadstoffanreicherungen, wie sie die Episoden im Winter 2005/2006 prägten, sind im vergangenen Jahr aber ausgeblieben. Neben der durch den Menschen verursachten Feinstaubbelastung treten immer wieder kurzzeitige Ereignisse mit natürlichem Feinstaubeintrag auf. So waren die starken Einträge von Saharastaub im Mai1 und im Oktober 2008 in weiten Teilen der Ostschweiz augenfällig und führten an einzelnen Standorten zum höchsten Feinstaub-Tagesmittelwert des Jahres. Auf die Gesamtbelastung und die gesundheitlichen Auswirkungen haben diese natürlichen Ereignisse aber einen geringen Einfluss.

Die Ozonbelastung im Sommer 2008 war gekennzeichnet durch kurzzeitig auftretende Ozonepisoden mit Überschreitungen des Stundenmittel-Grenzwertes von 120 ?g/m3. Länger andauernde Perioden mit Ozonanreicherungen wurden durch die wechselhafte Witterung mit häufigen Luftmassenwechseln verhindert. Der Mai war der Monat mit den meisten Überschreitungen des Stundenmittel-Grenzwertes. Die höchsten Stundenmittelwerte wurden jedoch im August mit Werten von 165 bis 180 ?g/m3 an den Standorten Bachtel, Dübendorf, Tänikon, Wettswil und Zürich Heubeeribüel gemessen. Die Ozonbelastung 2008 lag wie die oben erwähnten Leitschadstoffe NO2 und Feinstaub PM10 unter dem langjährigen Durchschnitt. OSTLUFT untersucht im Rahmen eines zweijährigen Monitoringprojektes die Auswirkungen der Ozonbelastung auf die Gesundheit von Bäumen und Sträuchern. Trotz der unterdurchschnittlichen Ozonbelastung im Sommer 2008 konnten an verschiedenen Bäumen, so z. B. bei Buchen, deutliche Schadsymptome an den Blättern beobachtet werden, die durch Ozon verursacht werden. Detailergebnisse dieser Untersuchung sind nach der zweiten Erhebung Ende 2009 zu erwarten.

Zusatzinformationen
Im vergangenen Jahr wurde das Angebot an Luftqualitätsdaten durch die Optimierung des OSTLUFT-Messnetzes und die Zusammenarbeit mit den Nachbarn im In- und Ausland verbessert. Für die Agglomeration Kreuzlingen/Konstanz bietet OSTLUFT auch die Messdaten von Konstanz (D) im Internet an. In Zusammenarbeit mit in-LUFT, der Messorganisation der Innerschweizer Kantone, wurde zudem eine räumliche Informationslücke in der Linthebene geschlossen. Mit dem jährlichen Stationenwechsel zwischen Rapperswil-Jona (SG) und Tuggen (SZ) sind für diese Region sowohl Aussagen zur Belastung von städtischen, verkehrsbeeinflussten Gebieten als auch für ländlich geprägte Standorte möglich. Der Vergleich des ersten Messjahres 2008 in Tuggen mit den Messungen von Rapperswil-Jona von 2007 zeigt, dass in den ländlichen Gebieten des Linthgebietes deutlich geringere Stickstoffdioxidbelastungen auftreten als in städtischen. Für die Feinstaub- und Ozonbelastung sind entsprechende Aussagen aufgrund der Daten noch nicht möglich.

Fazit
Aus der unterdurchschnittlichen Luftbelastung im Jahr 2008 kann keine nachhaltige Verbesserung der Luftqualität abgeleitet werden. Die Belastung liegt im witterungsbedingten Schwankungsbereich der letzten Jahre. Klare Verbesserungen der Luftqualität wie in den 90er Jahren sind im neuen Jahrtausend nicht mehr festzustellen. Sowohl die Ozonbelastungen im Frühjahr und Sommer als auch die eher wintertypischen Belastungen mit Stickstoffdioxid und Feinstaub sind eine Folge der übermässigen Schadstoffemissionen, welche insbesondere bei der Verbrennung fossiler Energieträger für Mobilität und Wärme entstehen. Wichtige zusätzliche Quellen für Feinstaub sind auch Holzfeuerungen. Entsprechend der Erkenntnisse aus den übermässigen Belastungen der letzten Jahre, insbesondere auch vom Jahr 2006, haben der Bund das Aktionsprogramm Feinstaub lanciert und einige Kantone ihre Massnahmenpläne aktualisiert. Zudem kann jeder Mann und jede Frau aktiv durch umweltbewusstes Verhalten zur Entlastung der Luft beitragen. Tipps finden Sie unter anderem auf der Website www.ostluft.ch in der Rubrik Schadstoffe.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 07.01.2009 - 09:22:00