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Liebe Nachbarn…

Das Appenzellerland war einst eine richtige Festhütte. An jeder Ecke stand ein Festzelt. Heute gibt’s nach wie vor einige Veranstaltungen, aber spontane Heiterkeit findet man immer seltener.

Am 8. September fand im Restaurant Gemsli in Herisau mal wieder ein bunter Abend statt, der das Prädikat «unterhaltsam» verdiente. Der österreichische Schlagerstar Marcell Dominik, immerhin zweifacher Teilnehmer des «Grand Prix der Volksmusik», beehrte unsere Gegend. Ich bin nun nicht gerade das, was man einen hemmungslosen Schlagerfan nennt, aber ich freue mich immer, wenn Liedgut gepflegt wird. Also schaute ich eben im Gemsli vorbei, und es war tatsächlich ein gelungener Abend, denn das Publikum liess sich von der Stimmungsmusik mitreissen, tanzte und sang aus Leibeskräften.

Nun hätte die Veranstaltung um 23 Uhr zu Ende sein sollen, aber bitte: Lässt sich gute Stimmung zeitlich verordnen? Sowohl Sänger wie Zuhörer waren aufgelegt für einige Zugaben, so wurde es eben Mitternacht – und Schlag drei Minuten später legte auch schon ein Nachbar sein Veto ein. Mit Erfolg: Kurz darauf erschien die Polizei und zog den Stecker, auf dass Nachtruhe einkehre.

Ich habe, genau wie der betroffene Wirt übrigens, durchaus Verständnis für Leute, die ihren Schlaf brauchen. Der Wirt entschuldigt sich auch bei den Nachbarn, mit denen er seit Jahren ein bestes Einvernehmen hat. Und ich weiss, dass die Polizei in solchen Fällen nichts anderen tun kann als einschreiten, wenn sie gerufen wird. Tief im Innern frage ich mich aber schon, was aus uns geworden wird. Da habens einige Leute auf friedliche Art und Weise lustig, und einer sitzt da mit der Uhr in der einen und dem Telefonbuch in der anderen Hand und ruft die Polizei auf den Plan. Keine Frage, dass danach die Stimmung im Eimer war und die Zuhörer bald mal resigniert nach Hause gingen.

Die Frage ist, wer in solchen Zeiten noch Lust hat, Aktivitäten auf die Beine zu stellen und für Unterhaltung zu sorgen. Zugegeben, wenn wir alle einfach bei uns zu Hause vor dem Fernseher sitzen, belästigen wir niemanden. Aber ob uns allen das gut tut?

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 17.09.2007 - 15:31:00