«L’energia siamo noi»
Frauenfeld. Von Juni bis Oktober 2008 wird der «neue shed» im Eisenwerk zum Ton- und Filmstudio. Das Künstlerduo Hemauer/Keller arbeitet an zwei Projekten.
Derzeit ist im neuen «shed» eine grosse, rollbare Bühne zu sehen, Aufnahme- und Tongeräte, ein Arbeitstisch und noch leere Publikumsstühle – alles mit Bedacht eingerichtet und inszeniert. In den kommenden Wochen wird das Künstlerduo Christina Hemauer und Roman Keller die eine Hälfte der Bühne für das Einüben der «Postpetrolistischen Internationalen», und die andere als Plattform für Studiogespräche nutzen.
Mit « L’Energia siamo noi – studio Frauenfeld» findet im neuen shed im Eisenwerk – parallel zur Ausstellung «Moralische Fantasien» im Kunstmuseum Thurgau – eine künstlerische Auseinandersetzung statt, die einen aktiven Umgang mit unserer Energiezukunft sucht.
Christina Hemauer und Roman Keller, Preisträger des diesjährigen Swiss Art Awards, beschäftigen sich in ihrer künstlerischen Arbeit schon seit längerem in vielfältiger Weise mit Energiefragen – sei es, indem sie einer verschollenen Solaranlage nachspüren, die Jimmy Carter 1979 auf dem Dach des Weissen Hauses installieren liess oder indem sie eine biogeologische Untersuchung eines Kunstraums initiieren. Im April 2006 haben Hemauer und Keller die Kunstepoche nach dem Erdöl eingeläutet, den Postpetrolismus (www.postpetrolismus.info).
Für das Chor-Projekt in Frauenfeld haben die Künstler gemeinsam mit dem Musiker Mathias Vetter die «Postpetrolistische Internationale» komponiert, die den Aufbruch in ein neues Energiezeitalter anstimmt. Unter der Leitung von Anna Maria Caleb Kunz wird mit unterschiedlichsten Chören geprobt und gesungen. Die öffentlichen Proben werden aufgezeichnet, und am Ende des Sommers findet die Uraufführung der Postpetrolistischen Internationalen in Form einer Prozession zwischen Kunstmuseum Thurgau und Eisenwerk statt.
Während ihrem Aufenthalt in Frauenfeld gehen Hemauer und Keller zudem der Frage nach, inwiefern sich die Kultur- und Kunstgeschichte parallel zur Energiegeschichte entwickelt. Bereits im Manifest des Postpetrolismus knüpften sie einen Bezug zwischen fossiler Energie und Moderne. Als Grundlage für die aktuelle Untersuchung dient das energiegeschichtliche Glossar eines sechsbändigen, von 400 ExpertInnen aus 40 Ländern verfassten wissenschaftliches Werks «Encyclopedia of Energy». Das Glossar fasst alle energierelevanten Geschichtsereignisse seit der Entstehung unseres Planeten zusammen. Ab August diskutieren Hemauer und Keller öffentlich im neuen shed mit Kultur-, Kunst- und UmwelthistorikerInnen über die Beziehung zwischen Energie und Kunst.
Weitere Informationen und das Veranstaltungsprogramm finden Sie unter www.studiofrauenfeld.info



























