Leichte Zunahme des Bauvolumens
Die Bauausgaben stiegen im Kanton Thurgau im Jahr 2007 nach der Seitwärtsbewegung im Vorjahr wieder leicht an.
Dieser Anstieg dürfte allerdings vorwiegend auf die höhere Bauteuerung zurückzuführen sein. Dies geht aus den neu erschienenen Statistischen Mitteilungen «Bautätigkeit 2007, Bauvorhaben 2008» hervor.
Im Kanton Thurgau wurde 2007 wieder mehr im Baugewerbe ausgegeben als im Vorjahr. Insgesamt flossen knapp 1.4 Milliarden Franken in Bauprojekte. Mit einem Zuwachs von nominal 2.8 Prozent nahmen die Bauausgaben im Thurgau sogar etwas kräftiger zu als in der Gesamtschweiz. Allerdings dürfte diese Zunahme hauptsächlich auf die gestiegene Bauteuerung zurückzuführen sein, die für das Jahr 2007 vom Bundesamt für Statistik gesamtschweizerisch auf rund 4 Prozent geschätzt wird. Teuerungsbereinigt sind die Bauausgaben im Kanton Thurgau vermutlich um etwas mehr als 1 Prozent gesunken. Die für das Jahr 2008 gemeldeten Bauvorhaben lassen hingegen eine stärkere Zunahme der nominellen Bauausgaben erwarten, welche die Bauteuerung absorbieren könnte. Die Wachstumsimpulse kommen vom Wohnungsbau und vom industriell-gewerblichen Sektor.
Impulse vom industriell-gewerblichen Bausektor
Den stärksten Investitionszuwachs hatte im Jahr 2007 der industriell-gewerbliche Bausektor zu verzeichnen. Mit einer Zunahme um 24 Prozent stiegen die Investitionen auf 224 Millionen Franken. Deutlich mehr gebaut wurde auch im Bereich Infrastruktur (+ 22 %). Die Mehrinvestitionen des Wohnbausektors sind mit 3.3 Prozent moderater ausgefallen. Mit einem Volumen von rund 750 Millionen Franken stellt er jedoch ungebrochen den Löwenteil aller Bauinvestitionen.
Lebhafte Bautätigkeit in den Bezirken Arbon, Kreuzlingen und Münchwilen
Die Bauausgaben (Bauinvestitionen plus öffentliche Unterhaltsarbeiten) entwickelten sich in den einzelnen Bezirken sehr unterschiedlich. Das mit Abstand kräftigste Wachstum erlebte der Bezirk Arbon. Hier haben sich die Bauausgaben 2007 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die rege Bautätigkeit fand im öffentlichen, im industriell-gewerblichen Bau sowie im privaten Wohnungsbau statt. Die Bezirke Kreuzlingen und Münchwilen haben, wenn auch in kleinerem Ausmass, ebenfalls zugelegt.
Weniger neue Wohnungen, mehr Einfamilienhäuser
Im Jahr 2007 wurden im Kanton Thurgau 1342 Wohnungen (inkl. Einfamilienhäuser) neu erstellt. Dies sind 262 Wohnungen weniger als 2006. Den stärksten Wohnungszuwachs hatten die Gemeinden Kreuzlingen (183 Wohnungen), Romanshorn (116) und Frauenfeld (89). Gemessen an der Gemeindegrösse verzeichneten Bottighofen (+ 7 % zum Wohnungsbestand), Rickenbach (+ 3,5 %), Münsterlingen und Eschlikon (je + 3 %) den grössten Zuwachs. Nachdem in den letzten zwei Jahren der Anteil der Einfamilienhäuser an der Zahl der neuen Wohneinheiten gesunken war, ist er im Jahr 2007 wieder gestiegen. Von den 1342 neu gebauten Wohneinheiten war fast jede zweite Wohneinheit ein Einfamilienhaus.
Die Statistische Mitteilungen Nr. 6/2008 «Bautätigkeit 2007, Bauvorhaben 2008» können auf der Homepage der Dienststelle für Statistik kostenlos heruntergeladen werden.



























