Lawinenrettungsübung in Andermatt
Andermatt/UR. Montag, 15. Dezember 2014. Eine Lawine im Gebiet St. Annalücke hat am Samstag, 13. Dezember 2015, mehrere Personen einer Skitouren- und einer Freerider-Gruppe ganz oder teilweise verschüttet. Das Schneebrett brach auf einer Breite von 200 Metern ab und war 600 Meter lang. Beobachter haben die REGA alarmiert, welche ihrerseits einen Grosseinsatz auslöste. Dieses Szenario war zum Glück nur Teil einer Lawinenrettungsübung.
Die Übung wurde seit Wochen von Roger Würsch, Technischer Leiter der Alpinen Rettung Zentralschweiz, akribisch vorbereitet. Dementsprechend viele Personen waren daran beteiligt.
Nebst den rund 40 Rettungskräften der Alpinen Rettung Zentralschweiz mit Lawinenhundeführern nahmen die Luftwaffe mit einem Super-Puma, das Kompetenzzentrum Gebirgsdienst der Armee mit Gebirgsspezialisten, der Samariterverein Ursern, die Andermatt Sportbahnen AG sowie die Angehörigen der Alpinen Einsatzgruppe der Kantonspolizei Uri an der Übung teil, die insgesamt rund 70 Personen umfasste.
„Wir wollten ein möglichst reales Szenario kreieren, damit die Einsatzkräfte maximalen Nutzen aus der Rettungsübung ziehen können“, erklärte Roger Würsch.
Nach einer halbtägigen Detailausbildung, bei welcher die Themen Lawinenkunde, Schadenplatzorganisation, die verschiedenen Techniken bei der Suche nach Verschütteten sowie die Verbindungsmöglichkeiten mit Funk instruiert wurden, ging der Alarm des Lawinenniedergangs mit Verschütteten ein.
Die Einsatzleitung war unter Zeitdruck und mit der Organisation des Transports der Rettungskräfte und des Rettungsmaterials auf den Unfallplatz sowie der Koordination der Suche auf dem Lawinenfeld sehr gefordert.
Mit einbrechender Dunkelheit wurden die Einsatzkräfte aufgrund eines weiteren, supponierten Lawinen-niedergangs aufgeboten und mittels Helikopter im Raum Gemsstock in den Einsatz gebracht. Diese Nachtübung, welche Beleuchtungsmittel erforderte, stellte noch einmal erhöhte Anforderungen an alle.
„Das wichtigste bei einer Rettung ist die reibungslose Zusammenarbeit aller im Einsatz Beteiligten – und dies muss trainiert werden“, begründete der Präsident der Alpinen Rettung Zentralschweiz, Toni Nyffeler, die aufwendige Übung.
Zahlreiche Abläufe konnten in den letzten Jahren – auch dank den Erkenntnissen solcher Übungen – standardisiert und das Material optimiert werden. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei, dem „verlängerten Arm der Justiz“ auf dem Unfallplatz, ist notwendig und muss geübt werden.
Ziel der polizeilichen Arbeit ist wie bei einem Verkehrsunfall, möglichst umfassend und detailgetreu den Sachverhalt in Erfahrung zu bringen, Beweise zu sichern, nach der Ursache zu forschen und schlussendlich für die Staatsanwaltschaft einen Bericht zu erstellen. Die Justiz entscheidet dann, ob jemandem eine Sorgfalts-
pflichtverletzung vorgeworfen werden muss.
Die Erfahrungen bei den Einsatzübungen wurden am darauffolgenden Tag in Gruppen aufgearbeitet und anschliessend im Plenum besprochen. Der technische Leiter bescheinigte den Übungsteilnehmern einen hohen Stand des Könnens und der Ausrüstung, so dass der Winter Einzug halten kann.



























