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Laubbäume sollen stärker gefördert werden

Frauenfeld/TG. Sturmschäden durch Lothar und Vivian sowie Käferbefall haben zur Erkenntnis geführt, dass das Verhältnis von Laub- und Nadelhölzern zu Gunsten der Laubbäume verschoben werden muss.

Im Rahmen von Revierbesuchen will Regierungsrat Jakob Stark mit den Vorständen und Förstern der einzelnen Forstreviere ins Gespräch kommen, ihre Anliegen entgegen nehmen und aktuelle Fragen rund um den Wald wie Organisation, Bewirtschaftung und Pflege diskutieren. Beim Besuch der beiden Forstreviere Thunbachtal-Sonnenberg und Sirnach stand neben organisatorischen Fragen das Thema: «Welche Baumarten sollen wo gefördert werden?», im Zentrum. Heute ist, wie Kantonsforstingenieur Paul Gruber einleitend feststellte, das Verhältnis zwischen Nadel- und Laubbäumen 60 zu 40 Prozent. Die gewaltigen Sturmschäden, die Lothar und Vivian verursacht haben, und der anschliessende Käferbefall, die bis 2007 jährliche Zwangsnutzungen von 20 bis 30 Prozent einer früheren Jahresnutzung notwendig machten, hätten zum Nachdenken angeregt. Nach dem Studium aller Fakten, von den Erfahrungen über die Bodenbeschaffenheit und Exposition bis zum Klima(wandel), ist man zum Schluss gekommen, dass man den Mischbestand eine Spur Richtung Laubholz verschieben muss. In den nächsten 20 bis 30 Jahren wird im Thurgau ein Verhältnis von 50 zu 50 Prozent angestrebt.

Holzindustrie auf Nadelholz ausgerichtet
In der Diskussion fand diese Auffassung breite Unterstützung. Man war sich weitgehend einig, dass heute ein grossflächiger Anbau von Fichten nicht mehr umgesetzt werden darf. Die Bestände würden beim kleinsten Sturm zusammenbrechen. Die der Holzindustrie nahestehenden Kreise wandten ein, dass die Industrie auf Nadelholz ausgerichtet sei. Der Nadelbaum gelte als der Wirtschaftsbaum. Das Schweizer Holz stehe zudem unter Wettbewerbsdruck. Man hege bei einem derartigen Umbau der Wälder die Befürchtung, dass mit der Zeit nicht mehr genügend einheimische Fichten zur Verfügung stünden. Dem wurde entgegen gehalten, dass sich auch die Holzindustrie bewegen müsse. Innovation sei gefragt. Es seien neue Techniken zu entwickeln, damit vermehrt auch Laubholz verwendet werden könne. Mit der modernen Leimtechnik sei man bereits auf gutem Wege. Neben der Technik sei die Anwendung von Laubholz weitgehend eine Frage der Vermarktung. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass es sich nicht lohne, sich gegen die Natur zu stellen, gegen sie zu arbeiten. Man war sich weiter einig, dass eine Bestandeslenkung in erster Linie über die öffentlichen Wälder erfolgen muss, weil den Privatbesitzern die Überzeugung von der Richtigkeit der Massnahmen zum Teil noch fehle.
Bei einem anschliessenden Rundgang durch die beiden Reviere – der Besuch galt unter anderem dem Waldreservat Wellenberg im Bürgerwald Thundorf sowie dem Privatwald Hiltenberg der Privatwaldkorporation Josafatstal – machten die zuständigen Revierförster den Departementschef auf die Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der Waldpflege aufmerksam.

Regionale Strukturen
Um die Waldfunktionen wie Holznutzung, Schutz vor Naturgefahren, Förderung der biologischen Vielfalt und Erholung flächendeckend zu gewährleisten, ist der Thurgau in drei Forstkreise und 30 Forstreviere eingeteilt worden. Die Forstrevierkörperschaften, zu der sich alle Waldeigentümer eines Reviers zusammenschliessen, bildet die Trägerschaft der Beförsterung und ist anstellende Instanz für den zuständigen Revierförster. Dieser ist unter anderem mit der hoheitlichen Aufgabe der Walderhaltung im Auftrag der Öffentlichkeit und der Bewirtschaftung der Waldgebiete im Auftrag der Waldeigentümer betraut.

ThurgauThurgau / 06.07.2009 - 09:50:58