Kunst und Klassik auf den Strassen von Bad Ragaz

Bad Ragaz/SG. Am nächsten Wochenende beginnt im st. gallischen Kurort Bad Ragaz und in Vaduz die vierte Schweizerische Triennale der Skulptur «Bad Ragartz». 79 Kunstschaffende aus 15 Ländern stellen 400 Werke aus.

Die grösste Skulpturenausstellung Europas dauert sechs Monate. Darin integriert sind auch das «Fest der Kleinskulptur» im Kulturzentrum Altes Bad Pfäfers in der Taminaschlucht sowie der Wettbewerb «Klassik auf der Strasse» in Bad Ragaz.

Die Liste der Ausstellenden weist eine Reihe klingender Namen aus dem Ausland auf. Der Italiener Roland Baladi präsentiert einen 24 Tonnen schweren Cadillac ganz aus Marmor. Aus Polen kommt Magdalena Abakanovicz, aus Kolumbien Fernando Botero, aus den USA Michael A. Esbin, aus Dänemark Keld Moseholm, aus Japan Kan Yasuda.

Grosskulpturen im Freien
Auch die Schweiz ist mit zahlreichen Kunstschaffenden vertreten. Die bekanntesten sind Carlo Borer, Gottfried Honegger, Robert Indermaur, James Licini, Kurt Laurenz Metzler sowie Peter Leisinger mit seinen skurrilen Holzskulpturen. Zu sehen sind Grossskulpturen aus Stein, Marmor, Bronze, Stahl, Holz und Ton.

Die Werke werden in Bad Ragaz im ganzen Dorf ausgestellt, entlang von Strassen, auf Plätzen, in Parks und Hotelanlagen. So entsteht ein Rundgang von etwa zehn Kilometern Länge. In Vaduz sind sie auf dem Rathausplatz zu sehen. Die Ausstellung wird in Bad Ragaz am 16. Mai, in Vaduz am 17. Mai eröffnet. Sie dauert bis am 1. November.

Am «Fest der Kleinskulptur» im Kulturzentrum Altes Bad Pfäfers stellen mehrere an der Triennale beteiligte Künstlerinnen und Künstler Kleinskulpturen aus. Diese sind oft sozusagen ein Entwurf der später entstehenden Grossskulptur. Es lässt sich somit deren Entstehung verfolgen.

Von Musik begleitet
In die Ausstellung integriert ist wiederum der Wettbewerb «Klassik auf der Strasse». Vom 16. bis 24. Mai konzertieren in Bad Ragaz 150 junge Musizierende aus Konservatorien aus ganz Europa mit verschiedensten Instrumenten. Sie treten einzeln oder in Gruppen auf Strassen und Plätzen, in Kirchen und bei den Skulpturen auf.

Am Ende der Woche, am Sonntagvormittag, finden in der Katholischen Kirche in Bad Ragaz die Auszeichnung und das Schlusskonzert der besten Musizierenden statt. Die Jury steht unter dem Vorsitz von Vladimir Ashkenazy. Der weltbekannte russische Pianist und Dirigent lebt seit 1982 in der Schweiz.

Auch die vierte Triennale der Skulptur wurde von Rolf und Esther Hohmeister organisiert. Zudem sammelten der Chefarzt des Medizinischen Zentrums Bad Ragaz und seine Frau bei privaten und öffentlichen Sponsoren 1,6 Millionen Franken, um die Unkosten zu decken. An der Ausstellung wird kein Eintritt erhoben.

Spuren hinterlassen
Die Skulpturenausstellung «Bad Ragartz 2009» – eine Kombination von Bad Ragaz und Art (englisch Kunst) – steht unter dem Motto «Spuren». Laut Hohmeister ermöglicht die Auseinandersetzung mit der Kunst einen Dialog zwischen Kunstschaffenden und Betrachtenden. Sie hinterlasse aber auch Spuren – im Alltag, in der Seele.

Hinter Hohmeisters Engagement steht die Idee, Kunst und Klassik aus Museen und Konzertsälen ins Freie, zum Publikum zu bringen. So sei es für viele Leute möglich, Kunst und klassische Musik frei von Schwellenangst kennen zu lernen. Sie bräuchten nur die Bereitschaft, der Kunst auf Schritt und Tritt begegnen zu wollen.

Skulpturenausstellung
Die Skulpturenausstellung wird in Bad Ragaz am Samstag,16. Mai, um 16 Uhr auf dem Dorfplatz, im Alten Bad Pfäfers am Sonntag, 17. Mai, um 11 Uhr, und in Vaduz am Sonntag, 17. Mai, um 17 Uhr auf dem Rathausplatz eröffnet. Die Anlässe sind öffentlich.
St.Gallen / 11.05.2009 - 09:44:54
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