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Körperlich Behinderte integrieren

Der Ostschweizer Verein zur Schaffung und zum Betrieb von Wohnmöglichkeiten für Körperbehinderte (OVWB) will Integrationsmassnahmen anbieten.

Die 5. IV-Gesetz-Revision des Bundes fördert frühzeitige Eingliederungsmassnahmen. Der Ostschweizer Verein zur Schaffung und zum Betrieb von Wohnmöglichkeiten für Körperbehinderte (OVWB) tut genau dies. In zwei Institutionen will er spezifische Massnahmen im Rahmen des neuen IV-Gesetzes einführen.

Der Ostschweizer Verein für Schaffung und zum Betrieb von Wohnmöglichkeiten für Körperbehinderte führt das stationäre Imbodehuus, das halbstationäre Quimby-Huus, das Haus Selun für Menschen mit einer Hirnverletzung sowie das Begleitete Wohnen in der Rehabilitationsphase. Alle leisten zur Integration von Menschen mit einer Behinderung einen Beitrag, wie ein Fallbeispiel aus dem Begleiteten Wohnen im soeben erschienenen Jahresbericht zeigt.

Trotz Hirnverletzung selbständig im gewohnten Umfeld zu leben, ist der Wunsch vieler Betroffener. Der 53-jährige Werner Fritsche (Name geändert) erlitt 2005 einen Hirninfarkt mit linksseitiger Lähmung. Zuerst wurde er in der Klinik und Rehabilitation gefördert. Darauf folgten ein mehrmonatiges Alltagstraining im Haus Selun. Mit der Unterstützung einer Begleitperson konnte er wieder selbständig gehen, war sonst aber auf den Rollstuhl angewiesen.

Unterstützung bei der Rückkehr nach Hause
Bei der Rückkehr ins baulich angepasste Wohnheim der Familie wurde das Begleitete Wohnen eingerichtet. Die Ehefrau konnte so das Geschäft weiterführen. Damit sich die wichtigsten Alltagsverrichtungen vom Rollstuhl aus erledigen liessen, mussten für viele Alltagsabläufe neue Lösungen gefunden werden.

Der neurologische Test fürs Autofahren verlief trotz Unterstützung durch den OVWB-Wohnbegleiter negativ. Die IV bewilligte hingegen einen Elektrorollstuhl. Routen etwa zum Arzt, Einkauf oder zur Post wurden geübt. Die neue Mobilität erhöhte die Möglichkeit Werner Fritsches zur Kontaktpflege.

Kapazitätsengpässe und Freiwilligenhilfe
Der OVWB erlebte 2007 ein Wachstum und stiess praktisch in all seinen Einrichtungen an Kapazitätsengpässe. Vor allem im Quimby-Huus mit zwölf stationären Plätzen für körperlich Behinderte oder Hirnverletzte konnte die Nachfrage nach den 24 Tagesarbeitsplätzen mit beruflichem Integrationscharakter und Arbeitstraining kaum befriedigt werden.

An räumliche Grenzen stiess auch der Arbeitsbereich des Imbodehuus. Es bietet 21 stationäre Wohnplätze für Menschen mit schwerer Körperbehinderung sowie einen umfangreichen Arbeitsbereich. Der OVWB will diesen in die Krankenpflegeschule St.Gallen verlegen, die umzieht, und dort 21 Arbeitsplätze schaffen. Das Imbodehuus zeigt, dass nicht die ganze Unterstützung des OVWB vom Staat abhängt. Seine Bewohnerinnen und Bewohner werden von 30 Freiwilligen unterstützt, die jährlich mehrere hundert Arbeitsstunden einsetzen.

Integrationsmassnahmen geplant
Das Thema Integration im Sinn der 5. Invalidengesetz-Revision will der OVWB ganz spezifisch angehen. Im Dezember 2007 reichte die Organisation zwei Offerten für Integrationsmassnahmen bei der IV-Stelle St.Gallen ein. Im Haus Selun in Walenstadt – 2005 als Schweizer Innovation für Menschen mit einer Hirnverletzte gegründet – sollen Integrationsmassnahmen im stationären Bereich durchgeführt werden. Im Quimby-Huus sollen entsprechende Angebote im ambulanten Rahmen entstehen.

Dies passt zur Strategie des OVWB. Der Verein will bis 2012 eine umfassende Betreuungskette für Menschen mit einer körperlichen Behinderung oder Hirnverletzung in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Eingliederung anbieten.

Neuer Zusammenarbeitsvertrag mit dem Kanton St.Gallen
Als vergleichsweise grosse soziale Institution – der Verein beschäftigt 160 Mitarbeitende bei 80 Vollzeitstellen und erzielte einen Umsatz von rund zehn Millionen Franken – hat sich der OVWB 2007 auch auf organisatorischer Ebene weiterentwickelt. So wurde die in den beiden Vorjahren erarbeitete Strategie verabschiedet. Sie enthält zum Ziel einer weiterhin guten Auslastung auch ein Marketingkonzept.

Bei der Rechnungslegung wurden Anpassungen gemäß den Empfehlungen für gemeinnützige, soziale Nonprofitorganisationen durchgeführt. Die Rechnung 2007 schloss mit einem kleinen Gewinn ab. Obwohl sich das Haus Selun in der Aufbauphase befindet, mussten keine Restdefizitbeiträge der Kantone beansprucht werden.

Im Rahmen des Neuen Finanzausgleichs wurden die bisherigen Zusammenarbeitsverträge mit dem Bundesamt für Sozialversicherung durch neue Verträge zwischen dem Departement des Innern des Kantons St.Gallen und dem OVWB abgelöst. Diese haben Gültigkeit bis ins Jahr 2010.

Neu im Vorstand der Organisation vertreten ist Margrit Götschi, Neurologin und leitende Ärztin der auf MS-Patienten spezialisierten Rehaklinik Walenstadtberg. Der OVWB verstärkt damit seine Verankerung im St.Galler Oberland.

Weitere Informationen sowie den Geschäftsbericht 2007 finden Sie unter www.ovwb.ch.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 21.07.2008 - 10:49:00