Konkrete Schritte zur «Nahrung für alle»
Weinfelden. Den Hunger in der Welt zur Kenntnis nehmen und anschliessend wie gewohnt weiter essen, kann nicht das Ziel der ökumenischen Kampagne «Nahrung für alle» sein.
Unter dem Motto «Nahrung für alle» stand die Impulstagung für Katechese am 12. Januar, organisiert vom Ökumenischen Vorbereitungsteam «Fastenopfer / Brot für alle».
«Nur eine wirkliche Umstellung in unserem Verhalten kann zu langfristigen Änderungen führen», führte die Referentin Angelika Hofer aus. Die Konsumenten am Ende der Nahrungskette hätten durch ihr Kaufverhalten durchaus Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen: wenn sie sich beim Einkauf weitgehend an fair gehandelten Produkten orientieren, Patenschaften für Kinder in den Ländern des Südens übernehmen – und natürlich über Spenden die Organisationen unterstützen, welche den Kampf gegen Armut und Hunger auf ihre Fahnen geschrieben haben.
Weltweite Ungleichheit: alle sind angesprochen
Wer Kinder im Unterricht auf ein Thema wie die weltweite Ungleichheit bei der Verteilung von Ressourcen sensibilisieren möchte, muss sich selbst darauf einlassen können. Mit drei Workshops versuchte der Impuls-Vormittag für Katechetinnen und Katecheten eine Annäherung an das Thema «Nahrung für alle.» Angelika Hofer hat sich in der Lehrerweiterbildung auf Angebote zum «Kreatives Verarbeiten von recyclebaren Materialien» spezialisiert. Indem Tetrapacks oder Joghurtgläser zu neuen, nützlichen Gegenständen «umfunktioniert» werden, erhalten Kinder ein Gespür für einen sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Nicht zuletzt lassen sich diese Bastelarbeiten für verschiedene Verkaufsaktionen nutzen, deren Erlös wiederum einen Spendenbeitrag ergibt.
Eigene Verantwortung für die Nahrungs-Misere
In einem zweiten Workshop stellte Hans-Peter Niederhäuser eine Methode vor, wie er im Unterricht ein Thema über Schreibimpulse mit seinen Schülerinnen und Schülern erarbeitet: Wenn den Gedanken freien Lauf gelassen und diese ohne Kritik, Kontrolle und Einsichtnahme auf Papier gebracht werden, können sich auch Jugendliche mit dem «Hunger» anders auseinandersetzen.
Und zuletzt wurden in einem dritten Workshop Ausschnitte aus dem Film «We feed the world» gezeigt, dessen Einsatzmöglichkeiten im Unterricht für kontroverse Diskussionen sorgten. In dem Dokumentarfilm des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer wird die Nahrungsmittelüberproduktion in Europa und auf Übersee im Kontrast zu Hunger und Armut dramatisch dargestellt. Wer im Geist erzogen wurde, dass Brot nicht einfach weggeworfen werden darf, bleibt von den schockierenden Bildern, die Lawinen von Brotlaiben auf einer Mülldeponie zeigen, nicht unberührt. Die Anschlussfragen stellen sich unmittelbar: Wo liegen die Ursachen in einem solchen Umgang mit Nahrung? Welchen Anteil haben wir selbst daran, wenn wir 24-Stunden-Öffnungszeiten und ein dauerhaften Angebot an frischen Waren fordern?
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