Konflikt droht zu eskalieren
Der Konflikt im Baugewerbe spitzt sich zu: Protest-Aktionen auf Ostschweizer Baustellen.
Der Konflikt im Baugewerbe scheint sich wieder zu verhärten. Mit Protest-Aktionen machten die Gewerkschaften am Montag, 3. März, auch auf Baustellen in St. Gallen, Glarus und Chur auf verschlechterte Arbeitsbedingungen aufmerksam. Streiks sind nicht auszuschliessen.
Die Gewerkschaften reagieren damit auf den Beschluss der Baumeister, einen Kompromissvorschlag zu einem neuen Landesmantelvertrag abzulehnen. Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) forderte stattdessen Nachverhandlungen.
«Der SBV ist bis Ende Februar nicht auf seinen Entscheid gegen einen neuen Landesmantelvertrag zurückgekommen», sagte Thomas Wepf von der Gewerkschaft Unia Sektion St. Gallen-Appenzell am Montag auf der Kongresszentrums-Baustelle in St. Gallen.
Die Gewerkschaften kämpften aber weiterhin für die Korrektur des Fehlentscheides der Baumeister. «Wir wehren uns gegen den Wortbruch der Baumeister», sagte Wepf. Den Auftakt machten am Montag Protestaktionen auf Baustellen in der ganzen Schweiz.
Auch in St. Gallen protestierten rund 35 Arbeiter mit einer Mittagspausen-Aktion gegen Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Unia-Vertreter servierten den Bauarbeitern mitten auf der Grossbaustelle beim Hotel Einstein eine deftiges Mittagessen.
«Ohne LMV kein Frieden auf dem Bau» steht auf einem Protestplakat der Unia. «Wir befürchten eine Verwilderung in der Baubranche», sagte Wepf. Es gebe erste negative Beispiele seit der Vertragskündigung im vergangenen Herbst: Fälle von Lohndumping vor allem bei temporär Beschäftigen sowie Änderungskündigungen zu schlechteren Bedingungen.
Der Konflikt steht vor einer erneuten Eskalation. Es sei nicht ausgeschlossen, dass bereits im März wieder gestreikt werde, sagte Wepf.



























