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Kommt der Biber ins Exil?

TG. Die Biber gehen im Thurgau härteren Zeiten entgegen. Einzelne Abschüsse sind in Zukunft nicht ausgeschlossen.

220 bis 240 Biber leben im Thurgau. In einzelnen Gemeinden wird Unmut über die Baumfäll- und Wühlarbeit der Nager laut. Einzelne Abschüsse seien in Zukunft denkbar, heisst es beim kantonalen Amt für Jagd und Fischerei.

In der Gemeinde Hüttlingen wurde Anfang Jahr in einem Binnenkanal ein Biberrechen installiert, um die Tiere vom weiteren Vordringen abzuhalten. Damit soll auch verhindert werden, dass Dorfbewohner Biberbauten zerstören.

Roman Kistler, Thurgauer Jagd- und Fischereiaufseher, weiss, dass es in einzelnen Gemeinden zu Opposition kommt gegen die sich immer stärker ausbreitenden Biber. Er erklärt, er könne sich in Zukunft «vereinzelte Abschüsse» von Bibern vorstellen.

Gemeinden müssen Biberschäden an Strassen selbst berappen
Die Tiere sind zwar schweizweit geschützt. Das Jagdschutzgesetz bietet aber die Möglichkeit einzelner, vom Bund genehmigter Abschüsse. Die Jagd- und Fischereiverwaltung im Thurgau zahlt jährlich durchschnittlich 4500 bis 6500 Franken für Biberschäden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen.

Das sei nicht viel, sagte Kistler. Aber die Gemeinden müssten Schäden durch die Wühlarbeit der Biber an Strassen und Böschungen selbst bezahlen.

Derzeit erstellt eine Arbeitsgruppe ein «Biberkonzept». Dieses soll Massnahmen erarbeiten, wie mit der wachsenden Zahl der Biber im Kanton umgegangen werden soll, nachdem bereits vor etwa zwei Jahren SVP-Kantonsrat Daniel Jung gefragt hatte, wie die Schäden eingedämmt werden könnten.

Abschuss kein Mittel zur Problemlösung
Jung bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA Aussagen im Regionaljournal Ostschweiz von Radio DRS, wonach er sich einen «gezielten, wissenschaftlich begleiteten Hegeabschuss» einzelner Biber vorstellen könnte. Roman Kistler warnt aber davor, zu meinen, damit könne das Problem gelöst werden.

Dort, wo ein Biber abgeschossen werde, wandere sehr wahrscheinlich einfach der nächste ein. Schliesslich werde durch einen Abschuss ein Revier frei. Abschüsse könnten also höchstens punktuell eingesetzt werden. Zur Reduktion des Biberbestandes seien sie untauglich.

Biber ins Ausland umsiedeln?
Jung und Martin Stuber, SVP-Präsident und Gemeindepräsident von Ermatingen, könnten sich auch andere Massnahmen vorstellen. Man könnte die überzähligen Biber auch umsiedeln, meinen sie.

Prinzipiell seien sie aber froh, dass sich die Biber im Thurgau angesiedelt hätten und wollten sie auch nicht weg haben. Aber Überzählige könnte man eventuell in andere, biberfreie europäische Länder umsiedeln, sagt Stuber: «Den Bibern ist doch egal, ob sie im Thurgau oder in Deutschland leben.»


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– Biber-Plage im Kanton

ThurgauThurgau / 22.01.2008 - 13:21:00