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Knochenfund-eine kriminalistische Herausforderung

Frauenfeld. Im Rahmen der Sonderausstellung «Knochen» im Naturmuseum und Museum für Archäologie Thurgau hält der St.Galler Rechtsmediziner Christoph Markwalder den öffentlichen Vortrag «Der Knochenfund-eine kriminalistische Herausforderung».

Der Rechtsmediziner wird häufig mit Knochenfunden konfrontiert, sei es mit Einzelknochen, sei es mit ganzen Skeletten. Während ein Skelettfund bezüglich der Artdiagnose kaum Probleme bietet, kann sie bei einem Einzelknochen schwierig werden. Diese Diagnose ist jedoch entscheidend, da im Falle eines menschlichen Knochens die Untersuchungsbehörden eingeschaltet werden müssen.

In der Folge geht es darum, die Liegezeit, das Geschlecht, das Lebensalter, die Körpergrösse und schliesslich die Identität des Knochens mit einer vermissten Person zu bestimmen. Diese Fragen können mittels deskriptiven, histologischen, radiologischen und gentechnischen Methoden beantwortet werden. Wenn die Identität des Knochens oder der Knochenteile feststeht, werden die Skelettteile auf Spuren einer Gewalteinwirkung untersucht, die auf eine Fremdeinwirkung schliessen lassen.

Naturgemäss ist das am Einzelknochen sehr schwierig, hingegen bei einem vollständig erhaltenen Skelett können durchaus Knochenverletzungen vorhanden sein, die auf eine zu Lebzeiten erfolgte Gewalteinwirkung hinweisen. Nicht jeder Knochenbruch ist zu Lebzeiten entstanden, sondern kann auch bei der Bergung der Knochenteile entstanden sein.

Es gilt also zwischen vitalen und postmortalen Verletzungen zu unterscheiden. Nicht selten wird der Rechtsmediziner auch mit historischen Knochen konfrontiert, so dass sich eine Zusammenarbeit mit den Archäologen aufdrängt.

Der Anlass findet am 19. Februar, um 19.30 Uhr, im Vortragssaal der Kantonsbibliothek in Frauenfeld statt.

ThurgauThurgau / 15.02.2008 - 15:47:00