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Knapp an einer Katastrophe vorbei

St. Gallen. Die Gewerbeschule Riethüsli ist knapp an einer Katastrophe vorbeigegangen. Das Dach der Turnhalle stürzte um 6 Uhr vollständig ein. Um 7.30 Uhr hätte der Turnunterricht beginnen sollen.

Die Einsatzkräfte und Lukas Reichle, Rektor des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St.Gallen (GBS), zeigten sich am Dienstag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz erleichtert. «Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich um sieben Uhr erfuhr, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind», sagte Reichle.

Die Dreifach-Turnhalle, die erst im Juni 2006 eingeweiht worden war, ist tagsüber immer voll ausgelastet, auch über Mittag. Am Abend vor dem Unglück hatten sich laut Reichle noch bis um 22 Uhr Personen in der Halle aufgehalten. Am Dienstag hätte um 7.30 Uhr der Turnunterricht für rund 80 Schülerinnen und Schüler beginnen sollen.

Überall Trümmer

Am Dienstagmorgen um 6 Uhr hörte ein Arbeiter des Unterhaltsdienstes ein Knacken. «Er stellte den Einsturz der Halle fest und alarmierte die Einsatzkräfte», sagte Hans Eggenberger, Sprecher der Kantonspolizei.

Um 6.10 Uhr ging der Alarm bei der kantonalen Notrufzentrale ein. Bereits wenige Minuten später sei die Feuerwehr vor Ort gewesen, sagte Melchior Rüdlinger, Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr St. Gallen.

Den Einsatzkräften bot sich ein erschreckendes Bild. Das Dach und eine Aussenwand der 50 Meter langen, 26 Meter breiten und 10 Meter hohen Dreifach-Turnhalle war komplett eingestürzt. Die Eingangstüre war eingewuchtet, überall lagen Trümmer.

Ursache unklar
Man habe davon ausgehen müssen, dass vom Hausdienst Personen in der Halle arbeiteten. Nach einer halben Stunde war klar, dass niemand in der Halle war. «Die Bergung von Verletzten wäre sehr schwierig gewesen», sagte Rüdlinger.

Kantonsbaumeister Werner Binotto zeigte sich ratlos: «Wir stehen vor einem Rätsel.» Über die Unfallursache konnte er noch keine Aussagen machen. Die Halle sei nach neusten Standarts geplant und gebaut worden.
Eigentlich hätte das Dach eine Schneelast von bis zu einem Meter aushalten müssen, sagte Binotto. Zum Zeitpunkt des Einsturzes lagen rund 45 Zentimeter Schnee auf dem Dach. Aus Sicherheitsgründen wurde veranlasst, dass sämtliche Hallen, die dem Kanton St. Gallen gehören, vom Schnee geräumt werden.

Fassungslosigkeit
Sie habe nichts vom Einsturz mitbekommen, sagte die Frau des Abwarts, Sandra Fitze. «Es sieht aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hat», fasste sie in Worte, was den meisten Umstehenden durch den Kopf ging.
Das Gelände und die Zufahrt zum Tal der Demut wurden abgesperrt. Eine Lehrerin sagte alle Turnstunden ab, ein Turnlehrer, der um 7.30 Uhr mit dem Unterricht hätte beginnen sollen, sprach fassungslos in das Mikrofon einer Fernsehstation.

Schulklassen machten sich zusammen mit ihren Lehrern vor Ort ein Bild von der Unfallstelle. Medienleute schossen immer wieder Bilder von der eingestürzten Halle. Von Katastrophen-Tourismus war die Rede.

Der Turnunterricht wurde für die Schüler der GBS bis auf weiteres gestrichen. Die interne Verarbeitung werde noch viel Zeit in Anspruch nehmen, sagte der GBS-Rektor.

St.GallenSt.Gallen / 24.02.2009 - 10:14:19