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KMU und Gewerbe entlasten

AI/AR. 80 Persönlichkeiten haben sich zum überparteilichen Komitee «Ja zur Unternehmenssteuerreform» zusammengeschlossen.

Ein überparteiliches Komitee «Ja zur Unternehmenssteuerreform» hat sich formiert. Darin haben sich über 80 Persönlichkeiten aus Gewerbe, Landwirtschaft, Wirtschaft und Politik aus den beiden Appenzell zusammengeschlossen. Am 24. Februar geht es darum, dass auf Bundesebene endlich umgesetzt wird, was sich in den Kantonen längst bewährt hat, nämlich die Teilbesteuerung der Dividenden.

Die rund 310’000 KMU-Betriebe sind das Arbeitsreservoir der Schweiz: Sie beschäftigen gut 70 Prozent aller Arbeitnehmer und bilden gegen 80 Prozent der Lehrlinge aus. Grund genug, dieser wichtigsten Wirtschaftsgruppierung Sorge zu tragen. Doch ausgerechnet in schwierigen Phasen wie Spezialisierung, Diversifizierung oder Nachfolgeregelung behindert das heutige Steuersystem die KMU massiv.

Heute werden auf Bundesebene die Gewinne der Unternehmen doppelt besteuert – einmal beim Unternehmen und einmal beim Aktionär. Das führt zu einer hohen Steuerbelastung der ausgeschütteten Gewinne. Die Reform will nun diese Doppelbesteuerung mildern indem die Dividenden nur noch zu 60 Prozent besteuert werden, allerdings nur für Aktionäre die mehr als zehn Prozent an einer Unternehmung halten.

Zusätzliche Investitionsanreize
Für Nationalrätin Marianne Kleiner sind die KMU der Hauptharst der Unternehmungen, ein bedeutendes Segment dem es Sorge zu tragen gelte. Gerade im Appenzellerland seien sehr viele Gewerbetreibende angesiedelt, welche Arbeitsplätze und Lehrstellen anböten und so für Prosperität sorgten. Viele Kleinunternehmer und Landwirte investierten ihr ganzes Geld im eigenen Betrieb, was gleichzeitig ihrer Altersvorsorge gleichkäme. Bei einem Verkauf oder Liquidation würden die Gewinne zum Einkommen dazugezählt, was unweigerlich eine höhere Progression zur Folge hätte und sehr oft zu finanziellen Problemen führen würde. Dieser Widersinnigkeit sei Abhilfe zu schaffen.

Der Vorwurf, den Verstoss gegen das Gleichheitsgebots, den Steuerexperten an diese Vorlage richten, weist Kleiner zurück. Bei Steuerreformen gehe es immer um Kompromisse – von einer Gleichbehandlung könne man nie sprechen – und erinnert an die unselige Heiratsstrafe, Familienabzüge, Eigenmietwertbesteuerung etc. Wichtig sei nun, positive Anreize für ein wirtschaftliches Gedeihen zu schaffen.

Mehr Standortattraktivität
Regierungsrat Köbi Frei unterstreicht, dass die KMU-Steuerreform ein vielseitiges, ausgewogenes und deshalb politisch breit abgestütztes Paket sei. Die Vorlage sei eine gute Kompromisslösung, die auch von der Kantonalen Finanzdirektorenkonferenz getragen würde. Sie baue auf zahlreiche Volksentscheide in den Kantonen auf: Ausserrhoden hat die Teilbesteurung von 60 Prozent auf 1. Januar 2008 eingeführt. Die gegnerischen Argumente der Steuerausfälle kann der Finanzdirektor nicht nachvollziehen. Gerade dank den gesparten Steuern könnten Unternehmer vermehrt in zukunftsträchtige Projekte investieren und lösten somit mehr Impulse aus als wenn das Geld in der Bundeskasse verschwände. Es gelte nun, die Standortattraktivität von Ausserrhoden weiterhin zu stärken.

Gesicherte Nachfolgeregelung
Für den Innerrhoder Nationalrat Arthur Loepfe besteht akuter Handlungsbedarf insbesondere bei Nachfolgeregelungen. Hier müssten in den nächsten Jahren rund 50’000 KMU das Nachfolgeproblem lösen. Doch daran würden um die 10’000 Betriebe mit schätzungsweise 55’000 Arbeitsplätzen scheitern. Eine der Hauptursachen hierfür liege bei den Steuern. Loepfe führt aus: «Wenn beispielsweise ein Mitarbeiter die Firma seines Chefs übernehmen will und für den Kauf ein Darlehen benötigt, auferlegt ihm der Fiskus bei der Amortisation und Verzinsung sehr hohe Steuern. Aufgrund dieser horrenden Besteuerung können fähige Jungunternehmer das Engagement nicht eingehen und viele KMU finden keinen Nachfolger.»

Zusammenfassend bringt die KMU-Steuerreform für praktisch alle KMU und deren Inhaber in irgendeiner Form steuerliche Verbesserungen. Wer etwas für unsere KMU und die damit verbundenen 2.4 Millionen Arbeitsplätze und Lehrstellen tun will, stimmt Ja zur Steuerreform.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 04.02.2008 - 14:14:00