Klimawandel im Fokus
Frauenfeld. Zum 44. Mal lud das Amt für Umwelt die Leiter der grösseren Wasserwerke im Thurgau zum Erfahrungsaustausch nach Frauenfeld ein.
Der Weiterbildungsteil war dem Thema Klimawandel gewidmet. Es wurde dabei deutlich gezeigt, dass die Kurven steigen: Die Lufttemperaturen haben zugenommen und auch die Werte sowohl im Bodensee als auch in den Fliessgewässern haben sich erhöht.
Die steigenden Temperaturen haben Auswirkung auf die Qualität und die Quantität unseres Rohwassers. Die steigenden Lufttemperaturen haben zur Folge, dass mehr Wasser verdunstet und die Temperaturen der Oberflächengewässer steigen. Seen durchmischen sich aufgrund der wärmeren Wassertemperaturen tendenziell weniger gut und weniger schnell. Dies hat Folgen auf den Sauerstoffhaushalt im Tiefenwasser, was sich wiederum auf die Qualität des Wassers auswirkt, das aus der Tiefe gefördert wird. Auch beim Grundwasser ist ein genereller Temperaturanstieg und ein Rückgang des Sauerstoffgehaltes festgestellt worden.
Trockenperioden und starke Niederschläge
Die steigenden Temperaturen wirken sich auch auf die Witterung aus. Längere Trockenperioden und starke Niederschläge charakterisieren das Wetter der Zukunft. Die stärkeren Niederschläge gefährden die Anlagen der Trinkwasserversorgung durch häufiger auftretende Erdrutsche. Hochgehende Bäche und Flüsse können das Grundwasser vermehrt verschmutzen oder Anlagen unter Wasser setzen. Der gesetzliche Auftrag an die Wasserversorgungen bleibt aber derselbe. Die Verantwortlichen müssen sich deshalb frühzeitig und eingehend mit dieser Problematik befassen, um die Versorgung mit gutem Trinkwasser sicher zu stellen. Verbundsysteme können die gewünschte Versorgungssicherheit gewähren. Unerlässlich ist aber auch ein genaues Überwachen der Wasservorkommen und deren Qualität.
Grundwassermodell Thurtal liefert Grundlagen
Wie beeinflusst die Inbetriebnahme eines neuen Pumpwerks den Grundwasserspiegel? Müssen die Planungsvorgaben für Tiefbauten abgeändert werden? Das neue Grundwassermodell Thurtal mit digitaler Aufarbeitung liefert wichtige Grundlagen zur nachhaltigen Bewirtschaftung des Grundwassers und der Versorgungssicherheit im Bereich des Trinkwassers. Das Grundwassermodell für das Thurtal wurde im Rahmen der Planungsarbeiten für die zweite Thurkorrektion aktualisiert und neu gerechnet. Die Resultate hatten bereits Auswirkungen auf das Hochwasserschutzprojekt in Weinfelden, aber auch auf die Planung der Pumpwerke im Gebiet Weinfelden.