
«Kleine Ursache, grosses Theater: Viel Solidarität»
St.Gallen. Die Grünen der Stadt St.Gallen rufen zur Solidarität mit der Globalisierungs-Kritikerin Karin K. auf.
Die Medienmitteilung im Wortlaut:
Diesen Freitag findet an der Erfreulichen Universität im Palace eine Benefizveranstaltung für die junge Globalisierungs-Kritikerin Karin K. statt. An der Abschiedsvorlesung von Franz Jaeger hatte sie mit einer plakativen, aber harmlosen Inszenierung auf die verheerenden Folgen der Globalisierung hinweisen wollen. Von der HSG wurde sie darauf wegen Hausfriedensbruch angezeigt.
Auf der Suche nach belastendem Material durchsuchte die Polizei ihre Wohnung, beschlagnahmte den
Computer, ja sogar eine Telephon- und Mailüberwachung wurde in Betracht gezogen. Karin K. wurde in einem ersten Verfahren verurteilt, aber wegen der Geringfügigkeit des Vergehens nicht gebüsst. Obwohl er den Fall selbst als Bagatelle bezeichnete zog der Staatsanwalt Thomas Hansjakob das Verfahren weiter. Das Kantonsgericht bestätigte das Urteil der Vorinstanz. So bleibt Karin K. zwar straffrei, hat aber – als junge Hebamme in Ausbildung – mehrere Tausend Franken Verfahrenskosten am Hals.
Die Grünen sehen mit Genugtuung, dass sich in immer breiteren Kreisen die Einsicht ausbreitet, dass das «moralfreie» Wirtschaftsmodell des kurzfristigen Gewinns ausgedient hat. Selbst Wirtschaftsvertreter fordern die Rückkehr zu moralischer Integrität als Grundlage einer funktionierenden Ökonomie. Karin K. kritisierte mit ihrer Aktion an der HSG zu Recht den Mangel an ethischen Massstäben in der neoliberalistischen Wirtschaftsausbildung. Mit der masslosen Strafverfolgung und der Aufbürdung der Gerichtskosten wurde sie hart dafür bestraft.
Die Grünen rufen deshalb zur Solidarität mit der verurteilten Globalisierungs-Kritikerin und damit zum Besuch der Benefizveranstaltung im Palace auf. Zudem werden sie dem Unterstützungskomitee von Karin K. einen Solidaritätsbeitrag zukommen lassen.