Keine Trendwende bei Stellensuchenden in Sicht
Die Zahl der Stellensuchenden und Arbeitslosen ist im April etwas weniger gestiegen als in den ersten Monaten des Jahres, nämlich um 3 Prozent.
Diese saisonal zu erwartende Abflachung weist aber noch nicht auf eine Trendwende hin. Unterdurchschnittlich war die Zunahme in den RAV-Regionen St.Gallen, Heerbrugg und Rapperswil-Jona, in den anderen Regionen nahm die Zahl deutlich stärker zu. Stagniert hat die Zahl der jugendlichen Stellensuchenden.
Ende April 2009 waren im Kanton St.Gallen 11’272 Personen als stellensuchend gemeldet, davon 7442 als arbeitslos. Das ergibt eine Stellensuchendenquote von 4,6 und eine Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent. Bei den Arbeitslosen beträgt die monatliche Zuwachsrate 2,8 Prozent (im Vorjahresmonat 0,6 Prozent), bei allen Stellensuchenden 3 Prozent (im Vorjahresmonat -0,6 Prozent). Eine unterdurchschnittliche Entwicklung weisen erfreulicherweise die 15- bis 19-Jährigen (-1 Person oder -0,2 Prozent) sowie die 20- bis 24-Jährigen (+29 Personen oder +1,7 Prozent) auf. Die Werte der anderen soziodemographischen Gruppen entwickelten sich ungefähr im Durchschnitt. Auffällig ist die Zunahme bei den Fachkräften, die im Monatsvergleich 230 Personen (+4,2 Prozent) beträgt, bei den Hilfskräften sind es 80 oder 1,8 Prozent mehr.
Geographisch weisen die RAV-Regionen Wattwil (+35 beziehungsweise +5,7 Prozent) und Oberuzwil (+89 respektive +5,5 Prozent) die höchsten Anstiege der Stellensuchendenzahlen auf, im Fall von Sargans sind es 55 (4,3 Prozent). St.Gallen mit 79, Heerbrugg mit 55 (je 2,1 Prozent) und Rapperswil-Jona mit 12 (1,2 Prozent) liegen unter dem Mittel. Bei den Arbeitslosen ist Sargans mit 98 (+10,7 Prozent) vorne, während es in Rapperswil-Jona sogar 21 (2,6 Prozent) weniger als im Vormonat sind.
Wegen der starken saisonalen Schwankungen ist bei den Branchen der Jahresvergleich aussagekräftiger als ein Monatsvergleich. Unter den Branchen weisen die Metallindustrie mit 684 Personen (150,3 Prozent) wie auch der Textilbereich mit 170 Personen (140,5 Prozent) sehr hohe Zuwachsraten bei den Stellensuchenden auf, während etwa der Bausektor mit 163 Personen oder rund 30 Prozent relativ gut da steht. Bei den insgesamt weniger betroffenen Dienstleistungen stechen die Versicherungen mit +38 (97,4 Prozent) zwar hervor, allerdings auf tiefem Niveau. Ebenfalls eine starke jährliche Zunahme ist bei den industrienahen Dienstleistungen mit 489 zusätzlichen Stellensuchenden (+64,4 Prozent) zu vermerken, viel tiefer ist der Anstieg dagegen etwa im Gastgewerbe (154 oder +17,5 Prozent). Bei den Banken beträgt die Zunahme 37 Personen (+52,1 Prozent).
Im April haben 1758 Personen (15,6 Prozent) an einem Kurs oder einem Einsatzprogramm teilgenommen, 1458 (12,9 Prozent) befanden sich Ende Monat in einem Zwischenverdienst.
795 Stellen waren bei den RAV als offen gemeldet, 141 weniger als im Vormonat, 215 weniger als im Vorjahr.
Ende April hatten 456 Betriebe für 15’854 Mitarbeitende Kurzarbeit angemeldet.