Keine stille Nacht in Wienacht AR
Wienacht/AR. Petition vom März 2009: Aktion pro Wienacht wehrt sich gegen die geplanten 150 Plätze für Asylsuchende in der Landegg.
Situation
Auf eine höchst unglückliche Art und Weise hat die Lutzenberger Bevölkerung im vergangenen Frühling über das geplante neue «Asyl-Durchgangszentrum Landegg» erfahren.
Eine Petition mit 251 Unterschriften brachte den Unmut der Bevölkerung zum Ausdruck. Im Vertrauen darauf, dass der Gemeinderat das Asylantenheim schon zu verhindern wisse (siehe Medienspiegel), politisch sowie auch juristisch alle Register ziehen wird – wurde die Petition nicht eingereicht.
Mittlerweile hat sich die Sachlage entwickelt, und ein Teil des Inhalts der Petition ist hinfällig.
Geblieben ist jedoch der Unmut darüber, wissentlich hinters Licht geführt worden zu sein: Sechs Monate mit schlechter Kommunikation und ein inakzeptabler Kompromiss sind die Resultate.
Die Solidarität für Wienacht ist auf der Strecke geblieben.
Nicht nur politisch, sondern auch juristisch haben die Lutzenberger Behörden versagt. Anstatt eine Umzonung vors Volk zu bringen, wird eine Umnutzung akzeptiert.
Die Art und Weise, wie die zwanzig Einsprachen behandelt, bzw. gar nicht darauf eingetreten wurde, lässt jegliches Fingerspitzengefühl vermissen. Dieses Verhalten ist ein Affront !
Wienacht, ein Dorf mit rund 50 Personen in der Kernzone hatte bisher ca. 50 Asylanten. Nun sollen es 125 wer-den das Zweieinhalbfache der Einwohnerschaft ! Der Dank für 20 Jahre Geduld. Eine reife politische Leistung.
Erwägungen
– In St. Gallen wurde das Durchgangsheim an der Felsenstrasse geschlossen, ebenso die Container im Buriet (Buriet wäre der ideale Ort für ein Container-Dorf).
– Eine 24 Stunden-Betreuung und Sicherung wurde uns von Herrn Zanga zugesagt. Wenn etwas 24 Stunden betreut und gesichert werden muss, dann kann man auch von einem erheblichen Gefahrenpotential für die Bevölkerung ausgehen. So auch für die Asylanten, denke man nur an den tragischen Todesfall des achtzehnjährigen «Alpenblick»- Asylanten in diesem Sommer.
– Der Gemeinderat kommuniziert nicht im Sinne der Betroffenen. Zuerst werden die Medien (Radio, Zeitungen) und am Schluss noch die Einwohner, welche es ja über die Medien bereits erfahren haben, orientiert. Der Kommunikator war nur für den Gemeinderat nicht aber für das Ansinnen der Bevölkerung in Erscheinung getreten.
– Eine Belegung von maximal 125 Personen ist unrealistisch: Beim damaligen Bezug des Alpenblicks wurde uns zugesichert, nur ~ 40 Insassen zu haben. Mehrheitlich wurde in den vergangen Jahren aber die Zahl von 40 + erreicht (60 bis 75 Personen).
– Lutzenberg braucht keine Asylbewerber mehr. Es ist in Ordnung, dass der Alpenblick nach über 20 Jahren geschlossen und der Gemeinde unentgeltlich übergeben wird. Er wurde ja von unseren Kantonssteuern bezahlt. Dafür müssen wir bestimmt nicht noch einmal bezahlen.
– Zonenplanänderungen gehören vors Volk. Kurzonenaufhebung zugunsten des Asylantenheims? – Im ganzen Kanton AR keine Asylanten mehr! Häuser in Herisau (Kronbach) wurden geschlossen und werden für CHF 4,5 Mio. renoviert und umgebaut!
Fragen
– Was hat der Gemeinderat Lutzenberg im Vorfeld unternommen, um die Liegenschaft Landegg einer neuen und positiven Nutzung zuzuführen?
– Was unternimmt der Gemeinderat Lutzenberg gegen das schlechte Image (Asylantendorf)?
– Was wird unternommen gegen den Wertzerfall unserer Liegenschaften?
– Welche Garantien hat Lutzenberg, dass in 12 Jahren endgültig Schluss ist? Damals vor über 20 Jahren hatte man uns zugesichert, der «Alpenblick» sei ein kurzfristiges Provisorium. Heute darf man zu Recht die Frage stellen, wer dafür mit seinem Namen einsteht, dass wir nicht wieder in der gleichen Art betrogen werden?
Antrag
1. Lutzenberg braucht keine Asylbewerber mehr. Der Alpenblick ist nach über 20 Jahren zu schliessen und der Gemeinde Lutzenberg unentgeltlich zu übergeben.
2. Die zum Teil renovierte Landegg an prächtigster Lage könnte von gesuchten Investoren zu einem Bijou (Wellness- oder Altersresidenz etc.) umgenutzt werden. Der Kurort Wienacht würde dadurch Steuern für Gemeinde und Kanton sowie Arbeitsplätze generieren. In diesem Sinne, würde wie öffentlich von Herrn Erwin Ganz versprochen, dem Namen Wienacht wieder Sorge getragen.
3. Die Nutzung der Landegg als Asylantenheim benötigt eine Zonenplanänderung und gehört vors Volk.



























