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Keine drogenfreie Jugend

Appenzell. 101 Personen wurden letztes Wochenende bei einer Drogenrazzia im Halli Galli kontrolliert. Ein Gespräch mit dem Geschäftsleiter Stefan Kull.

In der Nacht vom Freitag, 23. November auf Samstag, 24. November, führte die Polizei im Halli Galli Personenkontrollen durch. Der Grund für die Kontrolle waren mehrere Aussagen von Personen, dass im Dancing mit Drogen gehandelt werde.

Bei der eineinhalbstündigen Kontrolle konnte ein junger Mann festgenommen werden. Er war Mitte November aus einer Anstalt in Zürich entwichen. Die Suche nach Drogen verlief erfolglos, weder bei den Personenkontrollen noch bei der Durchsuchung konnten Rauschmittel gefunden werden.

appenzell24.ch suchte das Gespräch mit Stefan Kull, Geschäftsleiter des Halli Galli.

Herr Kull, wie haben Sie als Geschäftsleiter die Drogenrazzia im Halli Galli erlebt? Empfanden Sie die Kontrolle als überraschend?
Ich habe die Kontrolle als völlig übertrieben und für mich als unverständlich erlebt. Leider wurde ich im Vorfeld nicht von der Polizei informiert und wünsche mir für die Zukunft, dass die Polizei in solchen Angelegenheiten enger mit uns zusammenarbeiten wird. Wir haben mit der Polizei ansonsten ein sehr gutes Einvernehmen und absolut keinen Grund zur Beschwerde. Im Falle von derartigen Vorwürfen wäre es unserer Ansicht nach um einiges effizienter, wenn sich die Polizei in Zivil im Lokal aufhalten würde und prüft, ob und wie eingegriffen werden muss.

Wie verlief die Kontrolle?
Die Gäste mussten sich alle auf die eine Seite des Lokals stellen und durften den Raum nicht mehr verlassen, bis jeder und jede einzelne kontrolliert worden war. Die Polizei wie auch unsere Gäste verhielten sich ohne Frage absolut anständig und die Personenkontrolle konnte ohne Probleme durchgeführt werden. Anschliessend wurden die gesamten Räumlichkeiten von einem Drogenhund durchsucht.

Die Polizei erhielt die Hinweise bezüglich der Drogen in ihrem Lokal aus der Bevölkerung. Wissen Sie, oder haben Sie einen Verdacht, woher die Hinweise kamen?
Woher diese Anschuldigungen kamen, können wir uns nicht erklären. Wir glauben allerdings nicht, dass die Hinweise von unseren Besuchern kamen, denn unsere Türsteher kontrollieren die Gäste ohnehin auf Drogen. Wir haben Drogenkonsum und Dealer bis anhin nicht toleriert und werden es auch in Zukunft nie machen. Wer in unserer Lokalität Drogen konsumiert oder mit Drogen dealt, erhält ein generelles Hausverbot.

Allerdings wissen wir auch, dass das Drogenproblem für die Polizei nicht leicht zu handhaben ist. Meiner Ansicht nach gäbe es in Appenzell passendere Orte, um solche Drogenrazzien durchzuführen.

Was oder wer denken Sie, steckt hinter diesen – nicht bestätigten – Vorwürfen?
Diese Frage müssen Sie der Polizei stellen, ich weiss dazu keine Antwort.

Es wurden während eineinhalb Stunden 101 Personen im Halli Galli kontrolliert. Haben Sie durch die Razzia beziehungsweise während der Razzia finanzielle oder anderweitige Verluste erlitten?
Natürlich haben wir finanziellen Schaden erlitten, zudem durften ja auch während der Kontrolle keine Gäste das Lokal betreten. Ob aufgrund der Razzia weiterer Schaden entsteht, weil möglicherweise sehr viele Gäste stark verärgert wurden, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Bei der Razzia wurden keine Drogen gefunden. Sind Sie froh darüber?
Ich bin sehr stolz auf unsere Gäste, die damit bewiesen haben, dass es viele Jugendliche gibt, die den Ausgang auch ohne Drogen geniessen können.

Wo Jugendliche verkehren, sind vielfach auch Drogen anzutreffen. Hatten Sie in ihrem Lokal schon einmal mit Drogen zu tun?
Hin und wieder müssen wir Gäste aus dem Lokal weisen, die sich im Bezug auf Drogen nicht an unsere Hausregeln halten. Bei den Verstössen handelte es sich bis anhin jedoch nur um weiche Drogen in kleinen Mengen. Ein Drogenproblem in dem Sinne hatten wir aber noch nie.


Ältere Artikel zu diesem Thema:

«Grossrazzia (fast) ohne Erfolg» vom 24. November 2007.

Appenzell InnerrhodenAppenzell Innerrhoden / 28.11.2007 - 16:43:00