«Katzenabschuss» beschäftigt Politik
Katzen darf man abschiessen, wenn sie im Wald herumtoben. Auch der Innerrhoder Nationalrat Arthur Loepfe schüttelt über diese Regelung den Kopf.
Katzen sind Haustiere – und dennoch im Kern immer noch Raubtiere. Gerade im ländlichen Gebiet ist es kaum zu verhindern, dass Freigänger auch in nahe gelegene Wälder gehen und dort herumstreifen. Wie die Online-Zeitung blick.ch am Wochenende thematisierte, dürfen Jäger solche Katzen unter bestimmten Voraussetzungen schiessen. Offizielle Begründung: Die kleinen Jäger gefährden Feldhasen oder Bodenbrüter.
Nun bringen die meisten Katzen mal eine Maus nach Hause, aber selten einen Feldhasen. Und nicht jede Katze, die im Wald unterwegs ist, ist vernachlässigt oder verwildert. Die Gesetzeslage in den meisten Kantonen ermöglicht es aber dennoch, die Stubentiger straffrei abzuknallen. Geregelt wird das – wie Juristen es eben gerne tun – über messbare Werte. So heisst es im Aargauer Jagdgesetz, streunende Katzen dürften beseitigt werden, wenn sie mindestens 50 Meter innerhalb des Waldrandes oder 400 Meter vom nächsten Haus entfernt seien.
Berichte über diese Regelung rufen nun die Politik auf den Plan, wie blick.ch heute in einem Nachzug berichtet. Der Innerrhoder Nationalrat Arthur Loepfe ist nicht für ein generelles Verbot des Katzen-Abschusses, plädiert aber dafür, dass die Gefahr, die vom Tier ausgeht, von Fall zu Fall beurteilt wird. Man könne das «nicht mit dem Massstab lösen», findet Loepfe.
Kommt dazu, dass sich Fachleute einig sind: Eine Katze im Wald stellt kein Problem dar. Die kleinen Räuber sind als Jäger allenfalls für Reptilien eine Gefahr, doch das nicht mitten im Wald, sondern in besiedelten Gebieten. Dass Katzen eine im Wald heimische Population in Bedrängnis oder gar zum Aussterben bringen, ist eine unhaltbare These.
Wie Diskussionen im Internet zeigen, sind sich Herr und Frau Schweizer uneins über Sinn oder Unsinn der Abschussregelung. Während Katzenbesitzer entsetzt sind, weil sie ihre Freigänger kaum vor dem Gang in den Wald abhalten können, finden einige Leserbriefschreiber, es sei kein Unterschied, ob ein Reh oder eine Hauskatze abgeschossen wird. Und ein – absurdes, aber stets beliebtes – Argument: Solange in Afrika Kinder verhungern, dürfe man sich über ein Thema wie den Abschuss von Hauskatzen nicht ärgern…



























