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Kantonsrat Fredy Fässler reicht Interpellation ein

St.Gallen. Kantonsrat Fredy Fässler hat aufgrund der neusten Entwicklungen in der Lehman Brothers Affäre der Regierung einige Fragen zur St.Galler Kantonalbank gestellt.

Die Interpellation von Kantonsrat Fredy Fässler im Wortlaut:

Der Sendung Kassensturz vom 21. April sowie den heutigen Printmedien kann entnommen werden, dass die Credit Suisse in der Zwischenzeit 3700 CS Kunden entschädigt hat, die mit kapitalgeschützten Lehmanprodukten Geld verloren hatten. Entschädigt wurden nach diesen Medienberichten jene Kunden, bei denen die Gesamtanlage 500’000 Franken nicht überstieg und der Anteil der Anlage in Lehman Papieren sich über 20 Prozent der Gesamtanlage belief. Ein Vergleich sei insbesondere durch Vermittlung des Bankenombudsmannes zustande gekommen.

Weiter soll in der Zwischenzeit ein Gutachten des Berner Wirtschaftsrechtler Prof. Dr. Peter V. Kunz vorliegen, nach welchem eine vollständige Haftung der Banken, die Lehman Papiere verkauft haben, «höchstwahrscheinlich» sei. Darüber hinaus wurde in den Medien gemutmasst, der Verkauf der Lehmanpapiere sei insbesondere infolge überdurchschnittlicher Retrozessionen durch die Banken besonders gefördert worden.

Ich ersuche die Regierung in diesem Zusammenhang um Beantwortung der nachfolgenden Fragen:
1. Ist die St.Galler Kantonalbank bereit, ihre bisherige Entschädigungspraxis aufgrund dieser Entwicklung zu überprüfen und anzupassen?
2. Was heisst dies konkret für geschädigte KB-Kunden?
3. Wie hoch waren die Retrozessionen von Lehman Brothers an die St. Galler Kantonalbank?
4. Wie hoch waren im Zeitpunkt des Verkaufs dieser Lehmanprodukte die durchschnittlichen Retrozessionen für vergleichbare Produkte?
5. Hat die St.Galler Kantonalbank diese Retrozessionen an ihre Kunden weitergegeben?
6. Wenn nein, wieso nicht?
7. st die St.Galler Kantonalbank gegebenenfalls bereit, ihre Praxis bei der Rückerstattung von Retrozessionen zu überprüfen, um damit offenkundige Interessenkonflikte künftig zu vermeiden?
8. Hat die St.Galler Kantonalbank eine plausible Erklärung dafür, dass sich in den Vermögensverwaltungsdepots der SGKB keine Papiere von Lehman Brothers befanden, diese aber dennoch aktiv an KB Kunden ohne Vermögensverwaltung zum Kauf empfohlen wurden? Hatten insbesondere die Kundenberater konkrete Vorgaben, diese Produkte zu verkaufen?

St.GallenSt.Gallen / 22.04.2009 - 14:05:54