Kanton Thurgau setzt sich für Energieeffizienz ein
Frauenfeld/TG. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau will seiner Vorbildfunktion bezüglich der Energieeffizienz bei kantonalen Hochbauvorhaben Nachdruck verleihen.
Er will künftig bei Neubauten den Minergie-P-Standard und bei Umbauten den Minergie-Standard anwenden.
Gemäss dem Gesetz über die Energienutzung kommt der öffentlichen Hand eine Vorbildfunktion hinsichtlich des Erreichens der energiepolitischen Zielsetzungen zu. Ebenfalls enthalten ist dieser Grundsatz im Konzept des Regierungsrates zur Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz vom März 2007. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, hat das Departement für Bau und Umwelt (DBU) im Einvernehmen mit dem Departement für Volkswirtschaft (DIV) eine Reihe von konkreten Umsetzungsmassnahmen vorgeschlagen, die nun vom Regierungsrat bewilligt worden sind.
So sind im Grundsatz bei jedem Neu-, Umbau- oder Sanierungsprojekt in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Parteien bereits im Rahmen der Machbarkeitsstudie Lösungen bezüglich effizienter Wärmeerzeugung sowie der Förderung erneuerbarer Energien und Wärmeverbundlösungen aufzuzeigen. Neubauten sollen grundsätzlich im Minergie-P-Standard geplant und realisiert werden.
Falls sich abzeichnet, dass bei Neubauten der Minergie-P-Standard nur mit einem unverhältnismässigen Aufwand erreicht werden kann, sollen geeignete Lösungen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie aufgezeigt werden. Aufgrund dieser Studie unterbreitet das DBU dem Regierungsrat jeweils einen entsprechenden
Antrag. Dasselbe gilt bei Umbau- und Sanierungsprojekten, die gemäss Minergie-Standard für Modernisierungen geplant und realisiert werden sollen. Hier können auch Abweichungen erfolgen, wenn beispielsweise der dadurch zu erfolgende Eingriff in ein Schutzobjekt zu gross ist.
Die Umsetzung dieser Massnahmen wird gemäss den Berechnungen der Abteilung für Energie Mehrkosten von zwei bis fünf Prozent gegenüber der bisherigen Vorgehensweise verursachen. Darauf wurde bereits im Konzept zur Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz hingewiesen, wo die Mehrkosten auf eine bis eineinhalb Millionen Franken im Jahr beziffert wurden.
Um den Mehraufwand im Hochbauamt zu bewältigen und die Energiekompetenz in Baufragen zu stärken, bewilligte der Regierungsrat die Schaffung einer Stelle für einen technischen Experten ab dem 1. Juni.



























