• Aargau
  • Appenzell Ausserrhoden
  • Appenzell Innerrhoden
  • Basel-Landschaft
  • Basel-Stadt
  • Bern
  • Freiburg
  • Genf
  • Glarus
  • Graubünden
  • Jura
  • Luzern
  • Neuenburg
  • Nidwalden
  • Obwalden
  • Schaffhausen
  • Schwyz
  • Solothurn
  • St.Gallen
  • Stadt Winterthur
  • Stadt Zürich
  • Tessin
  • Thurgau
  • Uri
  • Waadt
  • Wallis
  • Zug
  • Zürich

Kampagne gegen das Littering

Frauenfeld. Mit geeigneten Massnahmen will dem lästigen Littering entgegen gewirkt werden.

Die Kampagne wird getragen vom Amt für Umwelt (AfU) und dem Gemeindezweckverband Kehrichtverbrennung Thurgau (KVA TG). Letzterer zeichnet für die Finanzierung eines sehr grossen Teils der ersten Phase dieser Kampagne; die Projektleitung liegt bei Dr. Jürg Hertz, Stv. Chef des Amtes für Umwelt und Leiter der Abteilung Abfall und Boden. Mit der Durchführung beauftragt wurde ein Projektteam aus zwei privaten Büros, die beide Erfahrungen auf diesem eher neuen Gebiet aufweisen.

Die Litteringkampagne des Kantons Thurgau
Bussen allein bringen kaum wahrnehmbare Resultate im Kampf gegen das Littering. Das Amt für Umwelt hat denn auch anlässlich der traditionellen Tagung für Umwelt-Vollzugsbeauftragte in den Gemeinden im März dieses Jahres das Thema als Workshop für die Teilnehmer angeboten und regen Zuspruch erfahren. Dieser erste und noch unvollständige Überblick ermöglichte eine bessere Vorbereitung und schon etwas genauere Vorstellung davon, wie eine Kampagne im Thurgau aus zu sehen hätte. Ganz klar war damals schon die Forderung nach einer umsetzungsorientierten und praxisnahen Kampagne. Auch im Workshop diskutiert wurden verschiedene Massnahmen, die da und dort bereits ergriffen worden waren, mit unterschiedlichem Erfolg. Mit diesen Vorgaben im Kopf wurde dann das nun vorliegende Projekt ausgearbeitet und mit dessen Umsetzung gestartet.

Das Kampagnen – Konzept
Die Anti-Littering-Kampagne im Thurgau gliedert sich in mehrere Phasen. In der jetzigen Phase geht es darum, für den Thurgau charakteristische Litteringsituationen und – standorte herauszufiltern und diese genauer zu analysieren. Dazu werden Statistiken geführt, die Situationen werden fotografiert, Menschen in der entsprechenden Umgebung befragt, die Verantwortlichen, die Nutzer des Standortes, die Litterer und die davon Betroffenen.

Mit diesem expliziten Einbezug aller Stakeholders am Prozess wird, so hoffen wir, die Verteilung der Verantwortung für den in Frage kommenden öffentlichen Raum bewusster gemacht, für das Thema bereits sensibilisert und Massnahmen mit den Betroffenen erarbeitet, was generell zu einer höheren Akzeptanz derselben führt. Resultat dieser ersten Phase ist ein eventuell sogar multimedialer Bericht über typische Situationen und Vorschläge zur Verbesserung der Situation. Diese Massnahmenvorschläge sollen spezifisch auf diese typischen Situationen bezogen werden. Dies soll später einer Gemeinde oder einer Institution erlauben, Massnahmenpakete zu wählen, die möglichst gut auf die vorgefundene Situation passen soll. Dieser Bericht wird im Herbst vorliegen, und im Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

In der nächsten Hauptphase, ab 2009, sind dann vor allem die Gemeinden am Ball. Massnahmen müssen vor allem vor Ort getroffen werden, zusammen mit den dort vorhandenen Mitteln und den wichtigsten Beteiligten. Das Amt für Umwelt koordiniert und unterstützt weiterhin Aktivitäten in den Gemeinden. Der Internetauftritt www.littering.tg.ch kann dann den Bedürfnissen der Gemeinden angepasst werden, damit ein schnelles und aktuelles Informationssystem über Massnahmen, Veranstaltungen, Erfahrungen etc. besteht und genutzt werden kann.

Erfolg oder Misserfolg dieser Kampagne werden nicht „am Tag darnach“ feststehen. In einigen Jahren sollen deshalb die ähnlichen Untersuchungen wieder durchgeführt werden. Die messbar vorliegenden Resultate der diesjährigen Studie können dann den wiederum messbaren Resultaten gegenüber gestellt werden und die Veränderung kann dann belegt werden.

Die Untersuchung: Wer, was, wo?
Noch bis im September ungefähr sind die „Untersucher“ in neun Gemeinden des Kantons unterwegs, um typische Litteringsituationen zu eruieren. Diese neun Standorte kristallisierten sich an der ersten Informationsveranstaltung für die Gemeinden am 5. Juni heraus. Die Einladung zu dieser Veranstaltung war an alle Gemeinden gesandt worden, rund 30 hatten daran teilgenommen. In der Diskussion stellten sich dann die neun Standorttypen heraus und es konnten 9 Gemeinden gefunden werden, die sich für eine Untersuchung zur Verfügung stellten. Auf die teilnehmenden Gemeinden kommt wohl etwas Arbeit zu, dafür haben sie am Ende des Jahres eine Analyse ihrer Situation vorliegen, und bereits mit der Teilnahme an der Untersuchung eine erste Sensibilisierungsphase in ihrer Gemeinde eingeleitet. Denn, wie oben beschrieben, werden ja sowohl Verursacher als auch Betroffene zur Mitarbeit aufgefordert werden. In folgenden Ortschaften werden Untersuchungen durchgeführt: Arbon, Amriswil, Hohentannen, Bischofszell, Kesswil, Bottighofen, Wäldi, Weinfelden und Frauenfeld.

Mit ersten Begehungen und Erhebungen zusammen mit den Verantwortlichen ist in einzelnen Gemeinden anfangs Juli bereits gestartet worden. Fragen wie : Wann wird gelittert? Sind Abfallkübel vorhanden? Wurden schon einmal Massnahmen ergriffen? werden gestellt werden, Mengen erhoben und Fotodokumentationen erstellt. Die Untersuchungen werden in mehreren Schritten durchgeführt, so dass auch eine gewisse „Gültigkeit“ der Erhebung belegt werden kann.

Die Koordinationsplattform
Die Koordinationsplattform ist ein Gremium, das der Projektleitung hilft, Massnahmen und Aktivitäten im Kanton zu koordinieren. Darin vertreten sind die an der Untersuchung teilnehmenden und andere interessierte Gemeinden, Vertreter kantonaler Organisationen wie Tourismus Thurgau, der Verband Thurgauer Hauswarte, Vertreter von Jugendorganisationen (TOJA), Schulen, Polizei, und Vertreter des Detailhandels und der Interessengemeinschaft Saubere Umwelt Schweiz und natürlich die Projektleitung. In diesem Gremium werden, auch für den Bericht, Informationen diskutiert, Massnahmen vorgeschlagen, evaluiert und priorisiert. Ebenso kann durch dieses Koordinationsgremium die Kampagne breit abgestützt werden. Gruppen von Betroffenen können so besser integriert und berücksichtigt werden. Die nächste Sitzung der Koordinationsplattform findet am 23. Oktober statt.

Die Kommunikation über die Kampagne
Die Kommunikation über die Kampagne verläuft auf mehreren Schienen. Das wohl wichtigste Instrument wird der Internetauftritt sein. Die Kampagne ist unter der Adresse www.littering.tg.ch erreichbar. Sie beinhaltet umfassende Informationen für Akteure und Interessierte, Links und weiterführende Literaturtips, Dokumente und Vordrucke, Logos, Veranstaltungshinweise etc. zum Herunterladen. Über littering@tg.ch können Tipps, Infos und Anregungen an die Kampagnenleitung gerichtet werden, aber auch Input für die Internetseite geliefert werden. Bereits einmal über die grossen Bildschirme der Open Air Kinos in Kreuzlingen und Arbon im Thurgau flimmerte der Anti-Littering Werbespot, den wir vom Kanton Solothurn übernehmen durften. Dass diese Kino-Veranstaltungen an „sensiblen Orten“ stattfinden, hat uns den Einsatz dieses Werbespots als vernünftig und wertvoll erscheinen lassen.

Das Logo der Kampagne stellt Hände dar, die Abfall – hier eine Dose – sowohl wegwerfen können, aber auch aufheben können. Es zeigt deutlich, dass wir es sind, die verantwortlich sind für das Problem, und dass nur wir es wieder lösen können. Und es weist darauf hin, dass wir dazu anpacken müssen, dass wir etwas unternehmen müssen, um zu einer Verbesserung der Situation zu kommen. Das Logo wurde von der Frauenfelder Grafikerin Barbara Ziltener gestaltet, die jeweils auch unsern Abfallbericht unter ihre grafischen Fittiche nimmt.

ThurgauThurgau / 29.07.2008 - 09:08:00