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Junger Engländer war alkoholisiert

Lauterbrunnen/BE. Der junge, englische Feriengast, der eine Woche lang als vermisst galt und letzten Montag tot aufgefunden wurde, stand zum Todeszeitpunkt unter starkem Alkoholeinfluss.

In Wengen wurde seit dem 22. Dezember 2009 ein 23-jähriger Mann, der dort als Feriengast weilte, vermisst. Letztmals war der junge Mann kurz nach 0200 Uhr beim Verlassen einer Bar gesehen worden. Grossangelegte Suchaktionen im Gelände und aus der Luft mit Bergspezialisten, Einsatz von Helikoptern, Wärmebildkameras und Suchhunden, weitere polizeiliche Ermittlungen sowie ein Aufruf in der Bevölkerung hatten vorerst zu keinem Ergebnis geführt.

 

Am Montagnachmittag, 28. Dezember 2009 wurde durch ein privat organisiertes Suchteam in der Nähe von Lauterbrunnen in einem bewaldeten Abhang unter einer 100 Meter hohen Felswand eine tote Person entdeckt. Das Todesopfer konnte von dort wegen der akuten Steinschlag- und Eisschlaggefahr nur unter schwierigsten Bedingungen geborgen und ins Institut für Rechtsmedizin (IRM) der Uni Bern gebracht werden. Der tote Mann wurde als der vermisste englische Staatsangehörige identifiziert.

 

Nach heutigem Kenntnisstand ist der Mann am frühen Morgen des 22. Dezembers 2009 im Gebiet „Steinhalten“ im damals schneebedeckten, steilen und unwegsamen Gelände zu Fall gekommen und schliesslich über die rund 100 Meter hohe Fluh gestürzt. Dabei hat er sich tödliche Verletzungen zugezogen. Die Obduktion hat keine Hinweise auf Dritteinwirkung ergeben. Der Leichnam weist gemäss der Vorprobe einen Alkoholgehalt von rund 2 Promille auf. Ein erstes Testergebnis auf Drogen fiel negativ aus. Die Frage, warum sich der junge Mann nachts ins Gelände ausserhalb des Dorfes begeben hat, kann wohl kaum jemals mit Sicherheit beantwortet werden.

 

Beim Auffinden der Leiche trug diese keine Schuhe und nur eine Socke. Die zweite Socke lag oberhalb des Fundortes. Diese Bekleidungsgegenstände hat der Mann beim Sturz und Fall im Gelände verloren. Ein Turnschuh wurde im Gelände oberhalb der Felswand aufgefunden. Die Suche nach dem zweiten Turnschuh des Todesopfers wird sobald es die Witterung zulässt und sich bei der Suche keine Personen in Gefahr begeben, aufgenommen. Das ebenfalls in der Nähe des Leichnams gefundene Mobiltelefon konnte inzwischen als dasjenige des Engländers identifiziert werden. Eine Ortung zu diesem Telefon war nur in der ersten Phase der Suchaktion erfolgreich. Damals ergab sich der Standort „Wengen“. Eine Peilung, die einen genaueren Standort ergeben hätte, war wegen des inzwischen leeren Akkus nicht mehr möglich.

 

Gestützt auf die umfangreichen bisherigen Ermittlungen gehen die Untersuchungsbehörden von einem Unfall aus. Die Freigabe der Leiche erfolgte heute Mittwochnachmittag. Weitere Ermittlungen sind im Gang.

 

 

 

 

 

Warnung: Es wird dringend davon abgeraten, sich ins Gebiet der Absturz- und der Fundstelle zu begeben. Es herrscht wegen den hohen Temperaturen akute Steinschlag- und Eisschlaggefahr.

BernBern / 30.12.2009 - 16:46:03