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«Junge Leute wollen Karriere machen»

Herisau/St.Gallen. In Zürich und Luzern herrscht akuter Lehrermangel. Nicht ganz so alarmierend ist die Situation in der Ostschweiz.

An den St.Galler Oberstufen sei die Lehrersituation sehr entspannt. Bei frisch ausgebildeten Primarschullehrern sei man sogar «froh, dass alle eine Stelle gefunden haben», so Rolf Rimensberger, stellvertretender Leiter des Amts für Volksschule.

An Oberstufen des Kantons Appenzell Ausserrhoden herrsche zwar kein akuter Lehrermangel, laut Walter Klausen, Leiter des Amts für Volksschule und Sport, aber «eine angespannte Situation». Leere Klassenzimmer gäbe es nicht, aber immer wieder müssen Auszubildende im letzten Ausbildungsjahr mit einem 20-30 Prozent Pensum aushelfen.

Frauenmehrheit

«Seit etwa fünf Jahren ist die Lehrerbesetzung an Oberstufen bei uns im Kanton knapp.» Grund sei aber nicht, dass es zu wenig Lehrer hätte, sondern dass deren Pensen kleiner würden. Vor fünf Jahren waren noch mehr Vollzeitstellen besetzt, heute wird der Lehrerberuf auf der Oberstufe vermehrt als Teilzeitbeschäftigung gewählt.

Das hänge auch damit zusammen, dass der Frauenanteil auch an der Oberstufe stetig steige, so Klausen. «Primarlehrperson ist schon lange eine Frauendomäne, doch langsam wälzt es auf die Oberstufe 1 und 2 über. Das ist im Grunde nicht schlecht, aber eine gesunde Durchmischung würde die Teamarbeit erleichtern und für die Buben ist eine männliche Bezugsperson wichtig.»

lange Studienzeit

Ausserdem genügten die Perspektiven im Lehrerberuf den heutigen Ansprüchen ans Berufsleben den meisten Leuten nicht mehr; der Beruf sei zwar relativ sicher, doch die Karriereleiter hoch hinauf klettern kann man als Lehrer nicht.

Auch die Länge eines Studiums schrecke viele ab: 7 bis 9 Semester büffeln, damit man sich danach als Lehrer durchsetzen muss, ist lange. «In dieser zeit kann man ein Master-Studium absolvieren.»

«Lehrer = Schwarzer Peter»

Doch sei man dabei, die Rahmenbedingungen für den Beruf längerfristig zu verbessern. «Die heutigen Ansprüche an Lehrpersonen sind gross. Er muss auch in psychologischer Hinsicht Grosses leisten. Und Vieles wird auf die Lehrer abgewälzt, etwa die Bewegungsarmut der Schüler. Wir sind jetzt daran, nicht nur für die Schüler sondern auch für die Lehrer Beratungsstellen zu errichten.» Auch soll das Lohnniveau für Lehrer nicht sinken sondern eher steigen und den Beruf vermehrt als Teamberuf positionieren.

Bleibt zu hoffen, dass diese Rahmenbedingungen bald Realität sind, damit der Beruf des Oberstufenlehrers wieder attraktiver wird.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 17.07.2008 - 16:16:00