Jugendliche sollen Arbeit der Strassenfeger übernehmen
Appenzell. Im Innerrhoder Hauptort strebt man unkonventionelle Wege gegen den Dreck an. Putzwillige Jugendliche sollen das Bild der Litter-Teenies bereinigen.
Publik gemacht wurde die unkonventionelle Massnahme im Amtsblatt des Bezirks Appenzell. Die Situation am Bahnhof bezüglich Unordnung und Lärm, heisst es dort, habe ein untragbares Ausmass angenommen, weshalb Behörden, private Anstösser und involvierte Unternehmen gemeinsam nach Lösungsansätzen gesucht hätten.
Das Ergebnis: Keine Geldstrafen oder Kollektivsanktionen. Nein, ganz im Gegenteil: Weil für den Dreck rund um den Bahnhof laut Roland Oswald, Amtssekretär, die Jugendlichen verantwortlich seien, soll diese Altersgruppe auch die Verantwortung für die Beseitigung dieser Missstände übernehmen. Das sei aber nicht böswillig gemeint, denn mit dieser integrativen Massnahme «will man will die Jugendlichen mit ins Gemeindeleben einbeziehen».
Jugendliche werden entlöhnt wie Reinigungskräfte
Wie soll man aber Jugendliche dazu bewegen, sonntags in der Früh mit Kehrichtschaufel und Eimer ausgerüstet auf der Matte zu stehen? Mit blosser Anerkennung sind Jugendliche wahrscheinlich nicht für solche Aktionen zu gewinnen.
Das hat man sich wohl auch in Appenzell gedacht. «Wir bieten Jugendlichen, die bereit sind, mit der Sonntagsputzete aktiv zu einem guten Zusammenleben in der Gemeinde beizutragen, einen gewöhnlichen Stundenlohn, wie etwa ein Raumpfleger honoriert wird», sagt Oswald zur Entlöhnung der putzbereiten Jugendlichen. Konkret bedeutet das: Zwischen 20 und 25 Franken pro Stunde.
«Die meisten jungen Menschen sind kooperativ»
Ob Geld Motivation genug ist, am Wochenende früh aufzustehen und Flaschen, Essensverpackungen und Zigarettenstummel wegzukehren? «Ich habe ein gutes Gefühl im Bezug auf die Aktion», sagt Oswald zuversichtlich.
Die meisten Jugendlichen seien laut Oswald sehr kooperativ und interessiert. Schon in der Vergangenheit hat sich das gezeigt: «Als wir etwa Putzpersonal für die Badi brauchten», so Oswald.
Und nicht zuletzt gebe es genug Jugendliche, die ein positives Zeichen setzen möchten: Nicht alle Teenies sind Litterer.
Interessierte Jugendliche melden sich bis Ende Oktober bei der Bezirksverwaltung Appenzell, roland.oswald@appenzell.ai.ch / www.appenzell.org / Tel. 071 788 50 33



























