«Jugendkafi» wird geschlossen
Herisau. Per Ende März verschwindet ein Angebot für Jugendliche in Herisau: Das «Jugendkafi» schliesst seine Pforten.
«Nach langer und intensiver Auseinandersetzung hat der Vorstand des Vereins für Freizeitgestaltung beschlossen, das Jugendkafi per 31. März 2008 zu schliessen», schreibt Peter Germann vom Verein für Freizeitgestaltung. Der Grund seien mangelnde Ressourcen. Wie andere Vereine auch habe man Schwierigkeiten, geeignete Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren, die Arbeit konzentriert sich auf einige wenige. Die Folge seien «Motivationsprobleme und Ermüdungserscheinungen».
Doch auch an Mitgliedern mangelt es dem Verein. Germann: «Mag die Trägerschaft in der Form eines Vereins lange Zeit angemessen gewesen sein, mindestens solange der Jugendtreff durch die Jugendlichen selbst geführt wurde, so ist er es heute nicht mehr. Er übernimmt heute weitgehend öffentliche Aufgaben.» Unter diesen Umständen sei es kaum mehr möglich, neue Mitglieder zu gewinnen. «Jährlich mit dem Versand der Beitragsrechnungen konstatieren wir einen Rückgang an Mitgliedern durch Kündigung, Wegzug oder Todesfall», so Germann weiter. Heute verfüge der Verein noch über ca. 100 zahlende Mitglieder; in fünf Jahren werde der Verein keine Mitglieder mehr haben.
Und auch die Finanzen geben zu Sorgen Anlass. Das jährliche Budget des Vereins beträgt 20’000 bis 25’000 Franken, der Löwenanteil davon Lohnzahlungen an das Jugi-Team. Die Gemeinde Herisau leistet an diese Ausgaben jährlich 10’000 Franken, der Rest stammt laut Vereinsangaben vor allem aus Spenden einiger weniger Stiftungen. Alle 3 bis 5 Jahre habe man sich veranlasst gesehen, eine neue Mittelbeschaffungsaktion durchzuführen. Peter Germann: «Diese werden zusehends schwieriger; unter anderem auch darum, weil uns Bedingungen gestellt werden, die wir nicht erfüllen können. Zudem hätten sich die Bedürfnisse und Anforderungen an die Jugendarbeit im Lauf der Zeit geändert; heute sei Professionalität gefragt, ein ehrenamtlicher Verein werde dem Anspruch nicht mehr gerecht
Nun wird der Jugendtreff also verschwinden, und das nach 34 Jahren Existenz – «wahrscheinlich einer der ältesten autonomen Jugendtreffs in der Schweiz», wie Germann feststellt. Umso schwerer sei dem Vereins-Vorstand der Entscheid zur Schliessung gefallen. Auch der Gemeinderat sei offensichtlich der Meinung, dass das Jugendkafi eine wichtige Funktion gehabt habe; jedenfalls arbeitet man dort an einer Nachfolgelösung.
Am 19. April 2008 soll im Jugi an der Gossauerstrasse ein Schlusskonzert mit Jugend-Bands, ähnlich der Rock-Night vom letzten Jahr stattfinden. Danach schliessen sich die Pforten des Jugendtreffs.



























