Jugendcafé – ergiebige Gruppengespräche
Urnäsch/AR. Am 31. Oktober hat die Jugendkommission gemeinsam mit Jugendlichen einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem Urnäscher Jugendleitbild erarbeitet.
Die Projektgruppe ist schon länger an der Arbeit, ebenfalls unter Einbezug von Jugendlichen. Das Jugendleitbild soll im Sommer 2010 vorliegen.
Stefan Tittmann hat diesen Arbeitsmorgen moderiert. An verschiedenen Tischen wurde engagiert diskutiert. Die Regel war, dass alle zu Wort kommen sollen, die Erwachsenen und die Jugendlichen. Die guten Ideen haben sich rasch herauskristallisiert: Die Jugend soll einen Ort haben, wo sie möglichst ohne Reklamationen einen Teil ihrer Freizeit verbringen kann. Auch Jugendliche wollen ernstgenommen werden. Dazu braucht es gegenseitigen Respekt. Den dürfen Erwachsene dann einfordern, wenn sie ihn zuerst gegeben haben, vorgelebt. Es ging keineswegs um eine lange Forderungsliste von Konsumgütern. Die Jugendlichen und auch die Kinder sind sich bewusst, was wir in Urnäsch allein schon an der Natur haben: den schönsten Freiraum zum Hütten bauen, zum im eiskalten Bach baden, zum Spielen, um sich nach der Schule treffen zu können.
Aber es braucht mehr, wenn wir die Lebensqualität in Urnäsch langfristig pflegen wollen. Die schönen Ideen haben nur einen Sinn, wenn es nicht bei edlen Worten bleibt. Sie wollen verwirklicht werden. Dazu braucht es Strukturen, Finanzen und allem anderen voran konkrete Menschen, die bereit sind, wirklich aufeinander zu hören.
Auch der Bund macht eine Vorgabe für die Arbeit mit Jugendlichen und Kindern: Ihre Aussagen sollen genau gleich gewichtet werden wie die Aussagen der Erwachsenen, unabhängig von Alter und Machtposition.
Jugendliche fühlen sich nicht ernstgenommen, wenn sie nur einmal kurz angehört werden und dann lesen die Erwachsenen in der nächsten Sitzung unter sich aus, was sie für wichtig betrachten. Jugendliche sollen in gemeinderätlichen Kommissionen mitarbeiten können, wenn es sie betrifft. Dafür muss niemand langjähriges Kommissionsmitglied werden. Man kann auch projektartig teilnehmen, bis zum abschliessenden Beschluss des Gemeinderates bzw. bis zu einer Abstimmung. Man soll Jungendliche zwar viel verbindlicher und konsequenter einbeziehen, aber sie sollen auch nicht überfordert werden. Zusammenarbeit, Meinungsaustausch bedeutet wertvolle Lebensschulung für alle Beteiligten. Ein schönes Beispiel dafür war dieser Jugendcafé-Arbeitsmorgen.
Nach der Meinung der Jugendlichen war diese Veranstaltung ein voller Erfolg. Wir haben mit Vertretern der Schule, der Gemeinde, mit Vertretern von Vereinen und Eltern diskutiert. Sie haben uns zugehört und unsere Anliegen ernst genommen. Durch die angeregten Diskussionen hat sich schnell ergeben, dass die Kommunikation zwischen Teenagern und Erwachsenen in der Vergangenheit zu wünschen übrig liess. Gemeinsam haben wir begonnen, Ideen zu entwickeln, wie wir dies verbessern könnten. Herausgekommen sind Pläne, die Strukturen der Jugendkommission, des Eltern- und Schülerrates zu überarbeiten. Auch sollten diese Kommissionen und alle, die sich mit Jugendfragen beschäftigen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Das «Jugendkafi» war ein erster Schritt in diese Richtung. Wir hoffen, dass die Kommunikationsbereitschaft anhält und dass den Worten Taten folgen.



























