Jammer oder Zeichen der Zeit?
Wald. Die Gründung einer Interessengemeinschaft zu Nutzen der alten Steinbogenbrücke wird angestrebt.
Die alte Steinbogenbrücke zwischen Nüret und Hofgut ist in äusserst baufälligem Zustand. Sie wurde von den Hochwassern der letzten Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen.
Das Steinbogenbrücklein wurde um 1882 als Schul-, Kirch- und Leichenweg gebaut. Damals bestand die Strasse Säge – Hofgut noch nicht. Die Brücke ist Ausdruck eines solidarischen Aktes zur Verbesserung der Lebensbedingungen in die-sem Dorfteil. In alten Verträgen wurden Weg- und Fahrrechte sowie die Unterhaltslasten bezüglich der Brücke festgehalten und im Grundbuch eingetragen. Leider wurden die Verträge nie den veränderten Nutzungen angepasst; sie bilden daher keine tragfähige Basis mehr für eine Brückensanierung.
Heute dient das Brücklein noch als Übergang für einen Wanderweg, der Überleitung von Kanalisations- und Telfonleitun-gen sowie eingeschränkt der Holznutzung. Interessant ist das Brücklein aber zudem unter denkmalpflegerischen Aspekten. Erstellt wurde es offensichtlich nicht von professionellen Steinmetzen, sondern von den Anwohnern in Fronarbeit. Im Appenzellerland, in dem eine alte Holzbau-tradition besteht, eine Seltenheit, ein Kuriosum.
Da die ursprüngliche Nutzungskonstellation heute nicht mehr gegeben ist, fühlt sich niemand mehr primär verantwortlich und die Brücke zeigt zunehmende Zerfallserscheinungen. Ein Jammer oder ein Zeichen unserer Zeit? Mit einer Interessengemeinschaft soll nun das Ziel einer soliden Sanierung angegangen werden.
Die Mitgliedschaft ist nicht an einen finanziellen Beitrag gebunden. Projektmitarbeit und moralische Unterstützung sind ebenfalls gefragt. Die Gründung der Interessengemeinschaft findet am Dienstag, 30. Oktober um 20 Uhr in der Pausenhalle MZA Wald statt.



























