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Jahrhundertabstimmung steht bevor

Speicher. Am 27. April kommt zum zweiten Mal eine Vorlage zur Sanierung und Erweiterung des Zentralschulhauses vors Volk.

Die Schulkommission unterstützt das von der Planungskommission erarbeitete und vom Gemeinderat verabschiedete zukunftsgerichtete Projekt einstimmig.

Das 100-jährige Zentralschulhaus muss umfassend saniert werden Das Schulhaus wurde zwar immer wieder mit kleineren Eingriffen neuen Schulformen und veränderten Anforderungen angepasst. Auch etwas grössere bauliche Massnahmen wurden vor rund 15 Jahren umgesetzt, damit das kooperative Sekundarschulmodell wenigstens in den Grundzügen eingeführt werden konnte. Aber nach mehr als 100 Jahren machen die Bausubstanz, die bauliche Abnutzung und Alterung, die schlechte Energiedämmung, die veraltete Haustechnik und die nicht behindertengerechte Erschliessung eine tief greifende Sanierung notwendig.

Das Zentralschulhaus muss erweitert werden
Die Sanierung ist das eine, das andere ist die Erweiterung. Auch in einem sanierten 100-jährigen Zentralschulhaus kann der Unterricht nicht mit höchster Wirkung und Qualität gestaltet werden. Zeitgemässer und zukünftiger Unterricht verlangt mehr selbständiges Lernen und mehr begleitetes Lernen – im Gegensatz zum althergebrachten geführten Lernen.

Weiterführende Schulen und Lehrbetriebe erwarten heute selbständige Jugendliche, die in der Lage sind, Aufgaben und Problemstellungen autonom und unbeaufsichtigt anzugehen. Dies bedingt, dass Schulräume so konzipiert sind, dass verschiedene Lehr- und Lernformen durchführbar sind. Angegliederte Gruppenräume sind für das selbständige Lernen eine wichtige Voraussetzung und in heutigen Schulhäusern Standard.. Ein Lernatelier, welches das individuelle und förderorientierte Lernen unterstützt, kann in unserer Schulanlage nicht aus dem bestehenden Raumangebot gezaubert werden.

Eine moderne Schule benötigt flexible räumliche Strukturen. Zeitgemässer naturwissenschaftlicher Unterricht benötigt technische Infrastrukturen, die im Altbau des Zentralschulhauses nicht verwirklicht werden können. Der vermehrte Klassen- und Zimmerwechsel benötigt mehr Zirkulationsfläche. Deshalb müssen die in den letzten Jahrzehnten in die Korridore eingebauten Räume teilweise rückgängig gemacht werden. Für den Unterricht werden auch mit etwas weniger Schülerinnen und Schülern pro Jahrgang nach wie vor drei vollwertige Klassenzimmer benötigt. Damit unsere Sekundarschule ihre Aufgabe erfüllen kann, braucht sie mindestens neun Unterrichtszimmer, die den heutigen Normen entsprechen und über Gruppenräumen verfügen. Ohne Erweiterung werden weiterhin drei normalgrosse Schulzimmer fehlen.

Der Erweiterungsbau wird auf der Südostseite des Zentralschulhauses in die Böschung gesetzt. Damit wurde eine überraschend praktische, architektonisch überzeugende, aber nicht billige Lösung gefunden. Der Bau umfasst drei Klassenzimmer für den naturwissenschaftlichen Unterricht, einen Gruppenraum, einen Raum für die Sammlung und eine Aula. Die drei Klassenzimmer ersetzen die gerade mal 55 Quadratmeter kleinen Zimmer im Altbau. Die Aula ist als Mehrzweckraum konzipiert, verfügt über einen separaten Zugang, und ist damit auch für Anlässe und als Probelokal für Vereine geeignet.

Zweite Abstimmung nach 2005
Eine erste Vorlage zur Sanierung und Erweiterung des Zentralschulhauses wurde vor drei Jahren abgelehnt. Der wesentlichen Kritik ist jetzt Rechnung getragen worden. Das vorliegende Projekt ist das Resultat eines Projektwettbewerbs und einer umfassenden Projektierung. Und auch optisch ist der in den Hang eingebettete Erweiterungsbau sicher kein Streitobjekt mehr. Die prägende Wirkung des Solitärbaus Zentralschulhaus auf das Ortsbild wird erhalten.

Die Kosten für die Sanierung allein betragen gut 4.9 Millionen Franken gegenüber 1.7 Millionen im Projekt 2005. Das sind Mehrkosten von rund 3.2 Millionen. Ein Mehrbetrag von einer halben Million entsteht durch den Bau von Provisorien, als Folge davon, dass die Sanierung jetzt als Variante 1 auch als Einzelprojekt zur Abstimmung gebracht wird. Weitere Mehrkosten von rund 480’000 Franken entstehen für Bodendurchbrüche, Erneuerung aller Steigleitungen und Lifterschliessung. Damit wird im neuen Projekt die vorgeschriebene behindertengerechte Erschliessung vollständig gewährleistet.

Kosten von 1.2 Millionen entstehen durch Mehrleistungen bei der eigentlichen Sanierung, welche aufgrund der gründlichen Analyse viel tiefer gehen muss als 2005 geschätzt wurde. Alle Fenster müssen ersetzt, Bodenbeläge vollständig erneuert, Akustikelemente eingebaut, Schränke und Gestelle ersetzt und die Elektro- und EDV-Versorgung von Grund auf erneuert werden. Weitere 360’000 Franken Mehrkosten verursacht die Isolation und Erschliessung des Dachgeschosses. Und schliesslich kostet der Ausbau des Dachraumes zu einem Lernatelier rund 650’000 Franken. Auch diese Kosten waren im Projekt 2005 noch nicht enthalten. Die Schulkommission ist vom Projekt Sanierung und Erweiterung überzeugt. Wenn wir vermeiden wollen, dass die Schule Speicher als öffentliche Schule im Vergleich mit umliegenden Schulen ins Hintertreffen gerät, müssen wir die gegebene Infrastruktur den heutigen Anforderungen anpassen. Deshalb braucht es die Sanierung und die Erweiterung des Zentralschulhauses und ein Ja zum Kredit von 7’337’000 Franken.

Die Planungskommission und der Gemeinderat haben ein sehr ausführliches Edikt zur Abstimmung erarbeitet, in welchem alle Informationen und Argumente anschaulich und nachvollziehbar dargestellt sind. Am Montag, 7. April, findet um 20 Uhr im Buchensaal Speicher die Volksversammlung statt, wo über die Vorlagen informiert wird und die Verantwortlichen Red und Antwort stehen.

Appenzell AusserrhodenAppenzell Ausserrhoden / 04.04.2008 - 15:12:00