Jahresrechnung 2008 mit Ertragsüberschuss
Herisau. Die Jahresrechnung 2008 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 2,5 Millionen. Die Gemeinde konnte ihre Verschuldung weiter senken.
Die Jahresrechnung 2008 der Gemeinde Herisau schliesst bei einem Aufwand von 76,3 Millionen und Einnahmen von 78,8 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 2,5 Millionen Franken ab; budgetiert war ein Gewinn von 271’100 Franken. Die Verschuldung sinkt weiter von 56,6 Millionen auf 54,2 Millionen Franken.
Entscheidend für den Besserabschluss waren höhere Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen von 1,1 Millionen Franken und geringere Kosten bei den Ressorts Schule, Sozial-hilfe und Regionalverkehr von total 1,4 Millionen Franken. Der Einnahmenüberschuss von 2,5 Millionen Franken wird dem Konto Vor- und Rückschläge gutgeschrieben. Der Gemeinderat Herisau hat die Rechnung zur Kenntnis genommen. Der Einwohnerrat wird die Jahresrechnung und die Investitionsrechnung an seiner Sitzung vom 6. Mai 2009 in abschliessender Kompetenz beraten.
Mit 43,2 Millionen Franken lag der Steuerertrag im vergangenen Jahr um rund 1,5 Millionen Franken tiefer als im Jahre 2007, aber 1,1 Millionen Franken über den budgetierten Zahlen. Der Mehrertrag gegenüber dem Voranschlag stammt ausschliesslich von den natürlichen Personen. Dazu beigetragen hat sicherlich die um 161 auf insgesamt 15’527 Personen angewachsene Wohnbevölkerung. Bei den juristischen Personen hingegen wirkte sich das neue Steuergesetz mit den deutlich tieferen Tarifen stark aus: Es wurden über 3 Millionen Franken weniger Steuern eingenommen als im Vorjahr. Deshalb sank der durchschnittliche Steuerertrag pro Einwohnerin und Einwohner im vergangenen Jahr von 2’912 auf 2’785 Franken.
Mehrertrag und Mehraufwand
Dank hoher Erträge bei den Separatsteuern konnten zusätzliche Abschreibungen von 1,8 Millionen Franken vorgenommen werden; budgetiert waren lediglich 300’000 Franken. Die Aktivzinsen liegen um 110’000 Franken höher als vorgesehen, da die liquiden Mittel jeweils zu guten Konditionen angelegt werden konnten; die Passivzinsen fallen um über 230’000 Franken günstiger aus als geplant.
Einen Minderaufwand von 730’000 Franken gegenüber dem Voranschlag verzeichnete die Sozialhilfe. Erstmals seit dem Jahr 2000 konnte ein Rückgang festgestellt werden. Die Kostenbeiträge an die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV sowie die Beiträge an die Verbilligung der Krankenkassenprämien liegen ebenfalls um 238’000 Franken unter dem Budget.
Das Ressort Schule weist einen Besserabschluss von 440’000 Franken aus. Einerseits fielen tiefere Lohnkosten vor allem in der Sekundarstufe 1 und im Bereich Werken an, anderseits konnten höhere Kantonsbeiträge verbucht werden als erwartet.
Um 180’000 Franken tiefer als budgetiert fielen die Abgeltungen für Bahnen und Buslinien im Ressort Verkehr aus. Auch das Ressort Allgemeine Verwaltung schliesst um 83’000 Franken günstiger ab als geplant.
Im Bereich Sportzentrum/Freibad hingegen muss, trotz in vielen Bereichen deutlich gesteigerter Frequenzen, ein um 550’000 Franken ungünstigeres Ergebnis hingenommen werden als budgetiert. Unter anderem musste der Gemeinderat einen Nachtragskredit von 50’000 Franken für die Sanierung des Drachens im Freibad Sonnenberg sprechen, und in der Eishalle fielen unerwartete Unterhaltsaufwände von gegen 80’000 Franken an. Zudem konnte der Umsatz im Wellnessbereich die Erwartungen nicht erfüllen: Die durch den Saunabrand bedingte Teilschliessung bis in den März hinein konnte nicht mehr kompensiert werden. Auch das Freibad Sonnenberg konnte die aufgrund des fünfjährigen Mittels festgelegten Budget-zahlen wegen des schlechten Badesommers nicht erreichen.
Investitionen selbst finanziert
Nicht nur die laufende, auch die Investitionsrechnung schliesst erfreulich ab. Die Investitionen von 8,2 Millionen Franken fielen vor allem an für den Umbau und die Sanierung der Liegenschaft Emdwis, letzte Aufwendungen für die Sanierung und Erneuerung des Sportzentrums, die Umlegung der Rütistrasse, weitere Strassensanierungen, die Erschliessung des Industriegebiets Hölzli und neue Kanäle im Rahmen der generellen Entwässerungsplanung. Mit 7,1 Millionen Franken wurden die vorgesehenen 10 Prozent des Verwaltungsvermögens abgeschrieben. Dazu kommen weitere 1,8 Millionen Franken aus den Erträgen der Separat-steuern und Abschreibungen in den Spezialfinanzierungen von rund 1,6 Millionen Franken. Die Nettoinvestitionen konnten somit im Jahr 2008 vollumfänglich selbst finanziert werden.
Verschuldung weiter gesunken
Den Abschreibungen von 8,7 Millionen Franken und dem Einnahmenüberschuss von 2,5 Millionen Franken stehen Nettoinvestitionen von 8,2 Millionen Franken gegenüber. Der Finanzierungsüberschuss beträgt folglich 3 Millionen Franken. Dies entspricht einem Selbstfinanzierungsgrad von 137 Prozent.
Die Verschuldung der Gemeinde Herisau geht von 56,6 Millionen Franken auf 54,2 Millionen Franken zurück. Dies macht pro Kopf der Bevölkerung noch 3493 Franken (Vorjahr 3684 Franken) aus.



























