Integration auf dem richtigen Weg

Toggenburg. Die regionale Integrationsfachstelle fördert im Auftrag des Bundes und des Kantons seit mehr als vier Jahren das interkulturelle Zusammenleben im Linthgebiet.

Neu ist die Fachstelle auch für das Toggenburg zuständig. Im Zentrum steht die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Schulen, Arbeitgebenden, Vereinen, aber auch mit den Landeskirchen und anderen Religionsgemeinschaften.

An einer gemeinsamen Medienorientierung stellten Erwin Camenisch, Gemeindepräsident von Uznach, und die Fachstellenleiterin Erika Meier-Ebneter zusammen mit Regierungsrätin Kathrin Hilber sowie Beda Meier und Ramona Giarraputo vom kantonalen Kompetenzzentrum für Integration, Gleichstellung und Projekte die erfolgreiche Arbeit der Integrationsfachstelle vor.

Gemeinden wichtiger Partner
Regierungsrätin Kathrin Hilber unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Bereich der Integrationsförderung. An der kantonalen „Denkwerkstatt Integration“ im Mai, an der über 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden teilgenommen hatten, habe sich gezeigt, wie wichtig der gegenseitige Erfahrungsaustausch ist. Kathrin Hilber führte aus, dass der Kanton angesichts des demographischen Wandels in Zukunft auf die Zuwanderung angewiesen sein wird. Gemeinden, welche die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Zugewanderte erfolgreich sein können, haben einen direkten wirtschaftlichen Nutzen und fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Regierungsrätin lobte, dass die Gemeinde Uznach ihre Homepage mit spezifischen Informationen für Neuzugezogene aufbereitet. Es sei ein Schritt hin zur Etablierung einer Willkommenskultur.

Breite Vernetzung
Als die Fachstelle vor vier Jahren eröffnet wurde, waren die Integrationsakteure noch kaum vernetzt. Heute gibt es eine breite Vernetzung mit den Gemeinden, den Schulen und mit den Vereinen. Beda Meier, Leiter des kantonalen Kompetenzzentrums Integration, Gleichstellung und Projekte, lobte die Stellenleiterin Erika Meier-Ebneter entsprechend für ihren vorbildlichen Einsatz. Zahlreiche Projekte zum Beispiel im Bereich des interreligiösen Dialogs wurden im Linthgebiet dank der Fachstelle initiiert. Obwohl Integration eine Arbeit der kleinen Schritte sei, könne man im Linthgebiet feststellen, wie viel sich in den letzten Jahren in der Integrationsarbeit bewegt habe.

«Die Bemühungen des Gemeinderates, die Fachstelle der Gemeindeverwaltung Uznach anzugliedern, haben sich für das Linthgebiet positiv ausgewirkt», stellte Erwin Camenisch, Gemeindepräsident von Uznach, fest. Ein wichtiger Schritt in der Integrationsarbeit der Gemeinde ist die Bildung der Kommission Interkulturelles Zusammenleben, welche als erste Massnahme des neuen Gemeindeleitbildes umgesetzt wurde. Der Kommission gehören neben Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinde, Schule, Gewerbe, Jugendarbeit und der Fachstelle Integration auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Volksgruppen an.

Als Leiterin der Integrationsfachstelle arbeitet Erika Meier-Ebneter in verschiedenen Gremien mit und koordiniert verschiedene Arbeitsgruppen, wie beispielsweise den Fachaustausch für Kursleiterinnen und Organisatorinnen von Deutschkursen. Fachliche Inputs und die Vernetzung der Kursleiterinnen, welche in diversen Gemeinden Deutschkurse anbieten, sind Inhalte dieser Fachtreffen. Im Weiteren hat die Fachstellenleiterin den Interreligiösen Arbeitskreis Linthgebiet mit aufgebaut. Dieser Arbeitskreis hat zum Ziel, den interreligiösen Dialog durch Vernetzung, Information, Begegnung und Austausch zu fördern. Durch eine Erhöhung der kantonalen Beiträge konnte das Pensum der Fachstellenleiterin Anfang Jahr aufgestockt werden. Der Kanton reagiert mit dieser Massnahme auf die stetig wachsende Zahl von Anfragen, welche an die Integrationsfachstelle gelangen. Die Fachstellenleiterin unterstützt die Gemeinden im Linthgebiet von Rapperswil-Jona bis Amden und im Toggenburg von Kirchberg bis Wildhaus. Sie ist Ansprech- und Auskunftsperson im Bereich der Integration für Behörden, Schulen, Fachstellen, Vereine, aber auch für Privatpersonen.

Integration heisst Information
Im Linthgebiet werden verschiedene Integrationsprojekte von Bund und Kanton mit unterstützt. Ramona Giarraputo, Projektverantwortliche beim Kanton, nennt das Beispiel der Öffnung des Cevi Rapperswil-Jona für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ein kantonales Pilotprojekt. In Rapperswil-Jona und Schmerikon bieten die Schulgemeinden Informationskurse zum hiesigen Alltag und der Schule an. Neuzugezogene sollen von Anfang an Informationen darüber erhalten, was sie machen müssen, um in der neuen Umgebung erfolgreich zu sein. Zudem finanziert der Bund in Rapperswil-Jona, Gommiswald und Uznach Deutschkurse mit. Mit Informationsarbeit und der Bereitstellung von Integrationsangeboten kommen die Gemeinden ihren Aufgaben im Bereich der Integrationsförderung gemäss dem Ausländergesetz nach.

St.Gallen / 08.06.2009 - 10:38:51
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